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Boboville - pp 1
Es ist kalt. Die Platanen vor meinem französischen Atelierfenster, am Platz, der nach Hugo Wiener benannt ist, sie wogen im Tiefdruckwind. Thomas Glavinic redet im Fernsehen. Gerade war Charlotte Feuchtgebiet im Apparat. Zu Gast bei Boboobergott Harald Schmidt. Die Welt ist voller Schriftsteller. Voller Fallensteller. Alle sind sie welche. Hugo Wiener selig, Glavinic, Feuchtroche. Beuteschwabe Schmidt.
Der Mann mit der Clownsfrisur, der Zweifamilienbesitzer aus Amstetten? Kein Bobo. Auch der andere Schnitzelländer Tresorentürinstallateur nicht, der mit dem tschechischen Namen, der sich vor die S-Bahn geworfen hat. Bobos werfen sich nicht vor S-Bahnen, sie haben keine Keller. Sie springen von Dächern. Bobos wohnen in Boboville. Der Stadt in den Städten, dem Trockengebiet der Seele. Hier wird über Nässe geschrieben. Und über Nachtarbeit. Hier, in der platanenbestandenen französischen Atelierfenstergegend.
Der Mann mit der Clownsfrisur, der Zweifamilienbesitzer aus Amstetten? Kein Bobo. Auch der andere Schnitzelländer Tresorentürinstallateur nicht, der mit dem tschechischen Namen, der sich vor die S-Bahn geworfen hat. Bobos werfen sich nicht vor S-Bahnen, sie haben keine Keller. Sie springen von Dächern. Bobos wohnen in Boboville. Der Stadt in den Städten, dem Trockengebiet der Seele. Hier wird über Nässe geschrieben. Und über Nachtarbeit. Hier, in der platanenbestandenen französischen Atelierfenstergegend.
Near fragment in time
Ich ging die Piaristengasse bis zum Ende, betrat den Schönbornpark, die Kinderbetreuungsstätten waren mit Maschendrahtzaun umgeben, an denen sich einige stille Jungen festgekrallt hatten, sie versuchten, hochzuklettern, rutschten aber langsam ab, ich lenkte meine Schritte auf den zerlöcherten Steinfelsen im runden Wasserbecken, der Springbrunnen war abgestellt, auf fast allen Parkbänken lagen Obdachlose, unter den Parkbänken im Schatten schliefen die Tauben.
pp from Liebesbrand by
Near fragment in space
Im Juni stehen sie offen, die Fenster meiner französischen Atelierbleibe. Das hat mehrere Vorteile. Mein kleiner Feigenbaum, der vierte, den ich mir angeschafft habe, seit ich hier wohne, liebt die frischen Abgase aus der Kleinen Neugasse. Er nickt bedächtig und raschelt mit den Blättern, wenn unten fest gefahren wird. Unten wird gerne fest gefahren. Und abgegast. Das liegt an der Zahl 30, die die städtischen Straßenbemaler auf die Kleine Neugasse gemalt haben. Die Zahl 30 erinnert die Kleingassendurchfahrer daran, ihren Tacho zu taxieren.
pp 41 from Boboville by
