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Eine schöne Schweinerei - pp 118-119

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Das war schon lange her, Schwarz war noch ein junger Beamter gewesen und hatte beim anschließenden Einsatz dafür gesorgt, dass man Burschi mit seinem Steckschuss im Rückgrat nicht einfach an Armen und Beinen auf die nächste Bahre hob-was ihn wahrscheinlich für immer gelähmt zurückgelassen hätte- ; sondern mit einer damals noch recht selten eingesetzten Steckbahre, die man vorsichtig unter den Verletzten schieben und dort zusammenfügen musste, abtransportierte und in die Rudolfstiftung im dritten Bezirk brachte. Die Spezialisten des Krankenhauses, das Kaiser Franz Joseph einst anlässlich der Geburt von Kronprinz Rudolf gestiftet hatte, flickten Burschi wieder zusammen, sodass er heute zwar einen deutlich behinderten linken Arm hatte und den linken Fuß beim Gehen etwas nachzog, aber immerhin konnte er noch auf seinen eigenen zwei Beinen nach Hause gehen.
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  Rudolfs-Krankenhaus

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Euler-Wadl, Cajous früherer Chef, war einer mit der selbstbewussten Einstellung. Cajou verstand sich mit ihm von Anfang an gut. Euler-Wadl, der sich gern als "einfacher Bauernbub" bezeichnete, obwohl seine Familie in Kärnten zu den einflussreichen Großgrundbesitzern gehörte, war ein barockes Monster, ein beruflich wie sexuell hochtouriger Mensch. "Holt's mir mein' Graf'!", brüllte er, wenn er von einem seiner konspirativen, alkoholgeschmierten Mittagstermine oder einem Schäferstündchen im Hotel Orient in die Firma zurückkehrte, und Cajou ließ sich dann ein wenig Zeit, ging hinein, ohne anzuklopfen, setzte sich, ohne aufgefordert zu sein, und korrigierte: "Meinen Grafen."
pp 150 from Lässliche Todsünden by Eva Menasse

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Diese vielen ekelhaften Menschen, Menschen, nun, diese vielen ekelhaften Erscheinungen im damit vollgestopften Autobus 74 A, die Landstraßer Hauptstraße hinauf oder hinunter, welche Qual, ihnen mehrmals täglich ausgesetzt zu sein, ihnen und ihren mitgeführten, mit sich getragenen Schicksalen, Lebensgestaltungen, Alltagsbewältigungen, Kinderwagen, Krücken; Inländer, Ausländer, Wiener, Asiaten, gleichviel, nein, gleichviel nicht, die Wiener, die 'Hiesigen', sind allemal scheußlicher, Paare vor allem, alte und ältere, verstunkene Wiener Ehepaare, wie sie hereinzittern 'in den Autobus', wie sie hinauszittern 'aus dem Autobus', dem Autobus 74 A, fürsorglich um einander bemüht und eben deshalb einander abrundtief gram, wie ich sie hasse!
pp 51 from Kalte Herberge by Werner Kofler