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Verführungen - pp 57
Sie lagen eine Stunde herum. Kicherten. Dösten. Dann beschlossen sie, sich anzuziehen. Sie gingen in den Türkenschanzpark. Spuren in den Schnee machen, bevor er schmolz.
Near fragment in time
Dieser Mann, der junge Analphabet, dessen Schicksal dem Stadtrat in einem Akt vorlag, ein Hilfsarbeiter, in seiner Arbeit auf einfachste Verrichtungen beschränkt, trieb den größten denkbaren geistigen Aufwand, um vorzutäuschen, lesen und schreiben zu können. Hätte er diese seine Kraft, die mehr oder weniger lesende und schreibende Umgebung zu täuschen, dafür aufgewandt, lesen und schreiben zu lernen, dann hätte er gewiß sehr schnell in – Lichteneggers ZEITUNG zum Beispiel – die entscheidenden Artikel geschrieben. In der ganzen Stadt, nein, im Ganzen Land, hätte man sich über seinen scharf formulierten Thesen den Kopf zerbrochen und das Maul zerrissen; er wäre die heißen Themen immer kühl angegangen, wäre streitbar gewesen, polemisch, hätte kein heißes Eisen unberührt und sich kein Denkverbot auferlegen lassen. Man hätte ihn hören können, wie er im Hörsaal I des Neuen Institutsgebäudes für die Studenten des Instituts der Zeitungswissenschaften las, und wie er nach dem Ende seiner Vorlesung einer jungen, heftig studierenden Damen persönlich/ privat ins interessierte Ohr sagte: „Hören Sie, in jedem guten Schreiber steckt ein Analphabet …“
pp 85-86 from Der Stadtrat by
Near fragment in space
«[…] Dann der Lagler … weißt du was vom Lagler?“ „Sitzt. In Stein. Seit zirka zwei Jahren schon. Raub und Betrug. Der Trottel geht doch wirklich auf die Volksbank in der Gersthofer Straße, schiebt dem Kassier einen Zettel hin, auf dem Geld oder Bombe! Steht, räumt ordentlich ab, flüchtet, und weißt, was dann passiert? Der Zettel war sei‘ eigene Visitenkarten!»
pp 122 from Der Fall des Lemming by
