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Gegen einsam - pp 191
Mein Nachbar lutscht an einer Lakritzstange. Soweit ich den Überblick behalten habe, ist es die dritte, seit die Boeing 737 die Startbahn in Wien Schwechat verlassen hat. Mir hat die Reisebegleiterin geraten, beim Steigen und Sinken des Fliegers Kaugummi zu kauen. Kurz vor Abflug, auf den Bildschirmen blinkte "boarding" neben unserer Destination, bin ich in den Supermarkt der untersten Ebene des Flughafens gelaufen.
Near fragment in time
Einige Wochen später ereignete sich im 2. Bezirk, in der Venediger Au nahe dem Wurstelprater, wieder eine spektakuläre Gewalttat. Die Venediger Au hat ihren Namen möglicherweise von einer vor Jahrhunderten dort angesiedelten venezianischen Glasschmelzerei. Früher war sie ein kleines Augebiert zwischen Lassallestraße und Ausstellungsstraße gewesen. Seit dem Jahr 1905 hatte sie ihre Benennung als Straße. Seit dem Jahr 1905 hatte sie ihre Bennenung als Straße. Heute war die Venediger Au ein gut erschlossenes Wohngebiet mit in der Regel nicht gerade billigen Wohnungen und einer guten Infrastruktur, aber leider gab es auch eine üppige Straßenprostitution, die von der Polizei bekämpft wurde und eines Tages wohl verboten werden würde. Die vorhandene Infrastruktur, die Nähe zum Prater und die guten öffentlichen Verkehrsverbindungen wogen das für die meisten der dortigen Bewohner jedoch auf.
pp 151 from Blutreigen Ein Fall für Trautmann by
Near fragment in space
(...) warum dieser Flughafen so hässlich sein muss, was das soll, dieser Riss auf der Fassade, dieser blaue Riss, und das hätten sie gern, warum ist da dieser blaue Riss in der Fassade, das ist doch wirklich ein Supermissverständnis von Dekonstruktion, einen Riss auf etwas zeichnen, das hätten sie gerne, dass das reicht, ganz offensichtlich reicht das, im Gegenteil, das ist genau das Richtige, den Zeitgeist außen draufschmieren und drinnen lassen wir alles so, wie es immer war, aber dieser Flughafen, der wächst auch wie ein Schwamm, wie so ein Betonschwamm und wäscht über die Felder drüber, ob man das nicht anders machen kann, konzentrierter, geplanter, ich meine, ich will ja, fliegen, aber muss deshalb gleich die ganze Ebene mit Asphalt überzogen werden und die Betonbaracken bis in die Slowakei reichen, aber diese Unplanung, das ist alles geplant, es soll keinen schönen Ort mehr geben, und wenn das jetzt schief geht, mit diesem Krieg und dem Öl, und wenn keiner mehr fliegen kann, und all diese Gebäude sind jetzt schon hässlich, als Ruine wird das superätzend (...)
pp 179-180 from Jessica, 30 by
