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Rückkehr nach Wien - pp 21-22

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Das Schwechater Flugfeld ist von Kratern durchlöchert, seine Rollbahn mit Schneeschlamm bedeckt, aber unser Pilot geht mit einer Eleganz zu Boden, die ich bereits zu schätzen weiß. Ich steige aus, nicht sonderlich bewegt von der Berührung mit der Heimaterde: ein Streifen Zement erweckt keinerlei Sentimentalität. Die meisten Gebäude ringsum sind von Bomben zerstört. Nur eine Halle steht noch, in der wir die Kontrolle hinter uns bringen, nebenan eine zugige Hütte, die als Kantine dient.
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Wenn ich die Zeitungen, die ich mir in meinem Leben gekauft habe, in die Kärntnerstraße hineinblasen ließe als ein Zeitungstreiben, als ein Zeitungstreiben wie ein Schneetreiben, wäre die Kärntnerstraße in der kürzesten Zeit vollkommen verstopft, alles in der Kärntnerstraße müßte ersticken, halb Wien müßte ersticken, könnte man unter den Zeitungen, die ich gekauft habe, ersticken, begraben und ersticken, ein tödlicher Zeitungswinter bräche auf Wien herein.
pp 199-200 from Verstörung by Thomas Bernhard

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Als sie in Wien aus dem Ankunftsbereich des Flughafens traten, fiel Annas Blick sofort auf Helmut Motzko, der wie ein erwartungsvolles Kind direkt an der Absperrung stand. »Guten Morgen, Herr Motzko. Darf ich vorstellen: Hauptkommissar Thomas Bernhardt aus Berlin.« »Guten Morgen, Frau Habel, guten Morgen, Herr Hauptkommissar.« Motzko schlug die Hacken zusammen, und wenn er überrascht war über die Berliner Begleitung, ließ er es sich zumindest nicht anmerken. »Wollen Sie zuerst nach Hause oder gleich ins Präsidium?« »Weder noch. Ich will an den Tatort. Sind die Spurensicherer noch zugange?« »Ich glaube schon. Herr Kolonja kommt auch gleich noch mal. Die aufgegriffene Frau schläft, man hat ihr ein Beruhigungsmittel gegeben.« »Wo hat man den Toten gefunden?« »In einem Innenhof des Lebensministeriums.« »Des was?« Bernhardt konnte ein Grinsen nicht verkneifen. »Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, kurz Lebensministerium genannt. Unser Toter, Werner Tollinger, 62, Ministerialrat, wurde gestern um circa 22 Uhr 30 von einem Wachmann im Ministerium am Stubenring aufgefunden. Er ist aus dem sechsten Stock gestürzt und war laut Dr. Schima sofort tot.«
pp 443-444 from Bis zur Neige - Ein Fall für Berlin und Wien by Petra Hartlieb, Claus-Ulrich Bielefeld