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Türme am Horizont: ein Künstlerroman - pp 160

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Meine Frau ist schön, und mich macht diese Schönheit zufrieden. Ich sehe sie nicht mehr als verschleierte Klagegestalt in der Ecke des Paradiesgartens, wie damals im Narrenturm. Manchmal bin ich versucht, sie als Madonna des Paradieses zu sehen, aber es wäre doch nur ein falsches Bild, und weshalb sollte ich das richtige, das ich jetzt gefunden habe, gegen ein falsches eintauschen?
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Das Café de l`Europe ist jetzt gesperrt worden. Eine Bankfiliale soll an seine Stelle kommen. Der Stefansplatz ist wieder rein-christlich (bis auf den Rothberger) und keusch-bajuvarisch - das Wahrzeichen für Paris und Balkan verschwindet. Ist das nicht zukunftsdeutend für Wien, die deutsch-österreichisch eingeschrumpfte Ex-Hauptstadt eines in Kaffeehäuser vereinten Völkerstaates? Ist es nicht symbolisch für seine Rückentwicklung in eine knödlig-biedere, werktätig-solide Kleinstadt?
pp 36 from Zeitgeist im Literatur-Café by Anton Kuh

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All dies hier verstehe ich nicht, ich brauche noch Zeit und vielleicht auch einen Ort, wo ich ungehindert bedenken kann, was möglich und was unmöglich ist. Den Narrenturm. Es ist noch zu früh für einen Urteilsspruch.
pp 101 from Türme am Horizont: ein Künstlerroman by Renate Krüger