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Im Schatten der Zeit - pp 276
Die Straßenbahn fuhr endlos. An einer großen Brücke überquerte sie die Donau. "Am Spitz", wie der Platz vor einem großen, alten Amtsgebäude hieß, musste man umsteigen. Und dann fuhren sie weiter stadtauswärts. Am "Schlingerhof" vorbei, einem Gemeindebau, der immer noch von Einschüssen gezeichnet war, gelangte man in nahezu ländliches Vorstadtgebiet hinaus. Die Brünnerstraße war neben den Geleisen der Tramway zum Teil noch nicht asphaltiert und wurde zwischen vereinzelten Häusern von unkrautverwuchertem Gelände und Akazienbäumen begleitet. Das Haus Nummer 63-65 war ein Vorkriegsgebäude, angebaut an ein noch älteres Wohnhaus, und diese Häusergruppe ragte hoch und einsam auf, zwischen den Eisenbahnschienen einer Lokomotivfabrik und einem Bahndamm.
Die zu besichtigende Wohnung aber führte in den Hof und in Schrebergärten hinaus, besaß eine kleine Veranda, von der ein Lindenbaum sein Geäst ausbreitete, war also der Hauptverkehrsstraße abgewandt und recht ruhig.
Die zu besichtigende Wohnung aber führte in den Hof und in Schrebergärten hinaus, besaß eine kleine Veranda, von der ein Lindenbaum sein Geäst ausbreitete, war also der Hauptverkehrsstraße abgewandt und recht ruhig.
Near fragment in time
Gustavs Laune besserte sich, als sie an diesem strahlend schönen Sommertag die Ringstraße entlangfuhren. Die Pferde trabten, der Wagen rollte dahin und eine glänzende Fassade nach der anderen zog an ihnen vorbei.
Die fünf Stockwerke hohen Gebäude am Ring waren reichlich mit Skulpturen und Stuck geschmückt, korinthisch und dorische Säulen, liebliche Karyatiden... Bei der ornamentalen Gestaltung der Fassanden hatten die Ringstraßenbarone keine Kosten gescheut. Einige Häuser waren bis hoch hinauf vergoldet. Unwillkürlich musst er an die goldverzierten Plafonds im Palais Schwabenau denken. Mächtig breit, ja kollosal und bombastisch wirkte der ganze imperiale Pomp. Alles Imitation. Nichts Neues, nichts Geniales, dachte Gustav. Nur der Schein zählt. Beim Anblick all der luxuriösen Geschäfte und prachtvollen Hotels gab er sich dann doch süßen Tagträumen hin. Sah sich mit Margarete in einer der elegant ausgestatteten Suiten des Hotel Imperial frühstücken, mit ihr Arm in in Arm über die Kärnternstraße flanieren und bei einem Juwelier goldene Ringe kaufen...
pp 59-60 from Der Tod fährt Riesenrad by
Die fünf Stockwerke hohen Gebäude am Ring waren reichlich mit Skulpturen und Stuck geschmückt, korinthisch und dorische Säulen, liebliche Karyatiden... Bei der ornamentalen Gestaltung der Fassanden hatten die Ringstraßenbarone keine Kosten gescheut. Einige Häuser waren bis hoch hinauf vergoldet. Unwillkürlich musst er an die goldverzierten Plafonds im Palais Schwabenau denken. Mächtig breit, ja kollosal und bombastisch wirkte der ganze imperiale Pomp. Alles Imitation. Nichts Neues, nichts Geniales, dachte Gustav. Nur der Schein zählt. Beim Anblick all der luxuriösen Geschäfte und prachtvollen Hotels gab er sich dann doch süßen Tagträumen hin. Sah sich mit Margarete in einer der elegant ausgestatteten Suiten des Hotel Imperial frühstücken, mit ihr Arm in in Arm über die Kärnternstraße flanieren und bei einem Juwelier goldene Ringe kaufen...
Near fragment in space
Wann das gewesen war? Vielleicht, als er den Unterschied zwischen Susanne und sich zu bestimmen vermocht hatte, oder, banaler, als er in derselben Situation gewesen war wie Olacker jetzt und gesehen hatte, daß sie einen anderen küßte, im Eisenbahnerstrandbad oder beim Autodrom im Prater. Er wußte es nicht mehr.
pp 66 from Anna nicht vergessen by
