« Back to Der Komet
Der Komet - pp 48
Zwei Wochen später ging Alexej von Repin durch das Häuserlabyrinth der Josefstadt. Er schlenderte ohne Plan oder Ziel, er flanierte nur so vor sich hin. Er wanderte die Lazarettgasse entlang, die wohl deshalb so hieß, weil das Krankenhaus gleich hinter ihr lag, bog nach links in die Pelikangasse ab (vorbei an einer großen Metzgerei, die, wie die hebräischen Schriftzeichen in ihrem Schaufenster verrieten, mehr wahr als nur koscher, nämlich "glattkoscher"), überquerte die Alserstraße, ließ willenlos zu, dass seine Füße ihn die Kochgasse entlangtrugen (hier kam Alexej ein Pulk von Talmudschülern entgegen, nicht umsonst hieß die Leopoldstadt "Mazzesinsel"); er bog am Post- und Telegrafenamt (eigentlich seltsam, dass es so hieß, telegrafierte denn heute noch jemand?) wiederum links in die Florianigasse ein und spazierte am Schönbornpark vorbei (einer angestaubten grünen Oase in diesem steinernen Meer); und dann, während hinter ihm rostrot das Tageslicht im Westen versank, folgte er der Straße einfach immer weiter auf den Ring und die Innere Stadt zu.
Near fragment in time
"Ich telefoniere, vor Platzangst schwitzend, aus einer Zelle vom Westbahnhof. Es darf mir hier nicht passieren, ich werde ja wahnsinnig, es darf mir nicht in einer Zelle passieren."
pp 169- from Malina by
Near fragment in space
Der Major hat erst aus einem Gespräche, as am 22. August 1925 (ein Samstag) am unteren Ende der Strudlhofstiege stattfand - oder eigentlich begann, um späterhin des längeren fortgesetzt zu werden - erfahren, daß E.P. den René von Stangeler gekannt hatte. (Jene Strudlhofstiege zu Wien ist eine Treppen-Anlage, welche die Boltzmanngasse - erst in der Republik von 1918 wurde sie nach dem großen Mathematiker benannt - mit der Liechtensteinstraße verbindet und die Mitte des Teiles der "Strudlhofgasse" darstellt.)
pp 43-44 from Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre by
