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Die Kapuzinergruft - pp 140
"»Verzeih«, sagte er leise. »Ich hab' nur keine Deutschen in der Nähe. Einen Sudetendeutschen her!« schrie er plötzlich wieder, »und ich erwürge ihn! - Gehen wir, suchen wir ihn auf! Komm! - Wir ziehen ins Josefinum.«"
Near fragment in time
In der Nacht zum heiligen Sabbath, dem 17. Kislev (25. November), wollten, wie wir von ihnen hörten, das Heer in die Stadt eindringen, indem sie große und kleine Geschosse in die Stadt schossen und auf Leitern die Stadtmauern erstürmen wollten, viele Soldaten von ihnen erzählten und, daß der sächsische Feldherr General Weißbach ihnen Erlaubnis gegeben habe, einige Stunden lang die Judenstadt zu plündern und zu brandschatzen. Wegen des großen Sturmes in jener Nach überlegten sie sich es und kamen erst am darauffolgenden Sabbathausgange. Zu Beginn der Nacht kamen viele Soldaten in unsere Gassen und verlangten im Auftrage des Generals Ogilvy einige hundert Juden zur Arbeit auf den Schanzen; falls dies nicht geschehe, werde er Husaren schicken, die die Judenstadt plündern sollten- entstand Bestürzung und bittere Klage. Der Rabbiner R. Jonathan stand aus dem Bette auf, lief umher und rief: „Meine Brüder, meine Kinder, gehet mit ihnen zum Frieden, Ihr werdet für die künftige Welt bestimmt sein“. In dieser Nacht war R. Izchak s. g. l. Austerlitz, das Haupt der die Judengasse Bewachenden, er ging selbst mit einigen Gemeindemitgliedern einige Stunden durch alle Gassen, um genau alles, groß und klein, zu beaufsichtigen. Als er nach Mitternacht sah, daß diese Nacht ganz außergewöhnlich sei, befahl er den Dienern, den Rabbiner R. Jonathan und die Gemeindevorsteher behutsam zu wecken und die Verkaufsbuden aus den Gassen zu entfernen. Wir hörten das Getöse großer Geschütze; um 5 Uhr kamen die Juden einzeln von den Schanzen eiligst in ihre Häuser gelaufen und manche fielen wegen der ausgestandenen Schrecken zuhause in Ohnmacht. Sie verrichteten, das Heer der Franzosen und Sachsen sei auf Leitern an zwei Stellen, beim Sandtor und beim Neutor, auf die Stadtmauer gekommen währen die großen Geschütze das Tor des Hradschin und des Wischehrad beschossen. Zuerst gingen General Weißbach und das sächsische Heer bis zur Hälfte des Körpers im Wasser durch den Strom und ersteigen auf Leitern die Schanzen beim Neutor…
pp 301 from Jahrbücher der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der tschechoslowakischen Republik 1929-1936 by
Near fragment in space
Einmal, es war noch in der ersten Woche meines Dienstes, kam das Fernsehen. Sie hatten es sich in den Kopf gesetzt, ausgerechnet mich beim Verladen eines Kranken zu filmen. Ich fragte, warum mich, und der Redakteur antwortete, weil jeder Ihren Vater kennt. Da das Fernsehen in die Ein-satzzentrale gekommen war, wo keine Kranken zur Verfü-gung standen, weil diese ja nicht bei uns, sondern in den Spitälern abgeliefert wurden, musste einer der Rettungs-fahrer seine Zivilkleidung anziehen, und wir verluden ihn auf der Breitenseer Straße in ein Sanitätsauto. Danach wollte mich der Redakteur interviewen. Er bezeichnete sich selbst als fortschrittlichen Menschen, der den Zuschauern von Österreich Heute die Vorurteile gegen den Zivildienst nehmen wolle. Die Zivildiener, sagte er, werden von vielen Menschen immer noch als Drückeberger bezeichnet. Ich will ihnen zeigen, dass ihr hart arbeitet und ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft seid. Er fragte mich, warum ich Zivildienst mache, und ich antwortete, weil mir das Bun-desheer auf die Nerven gehe.
pp 349-350 from Das Vaterspiel by
