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Verführungen - pp 19

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Sie hatte in der Sternwartestraße geparkt. Sie hörte die Sirenen des Rettungswagens. Wie immer mußte sie beim Hören der Sirene fast weinen. Ein Schluchzen drückte sich gegen die Kehle. Im Auto auf dem kurzen Weg in die Lannerstraße verstand sie mit einem Mal, warum der Mann sich so gegen die Wand gepreßt hatte. Und sich nicht hatte hinlegen wollen. Er hatte sich in die Hose gemacht. Helene blieb lange vor dem Haus im Auto sitzen. Das Schluchzen preßte sich von innen gegen das Brustbein. Als hätte sie ein zu großen Apfelstück verschluckt.
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Es war an der U- Bahnhaltestelle Schottenring, gegen halb zehn Uhr abends – keine Zeit für irgendetwas: Leute, die irgendwohin wollten, waren schon dort, und Leute, die da waren, waren vielleicht schon irgendwo gewesen, wo es sich zu bleiben nicht gelohnt hatte. Inmitten dieser allgemeinen, von allen geteilten Aussichtslosigkeit brach es aus einem Mann hervor. Er schleuderte einer kleinen Frau (seiner kleinen Frau?), deren ganzer, im Mantel zusammengehaltener Körper etwas Abduckendes annahm, die Worte entgegen: „ES SIND DIE IRRITATIONEN IN DEINEM GEHIRN, DIE DIESEN GANZEN WAHNSINN AUSMACHEN.
pp 41-42 from Der Stadtrat by Franz Schuh

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Helene war froh, die Kinder abgeholt zu haben. Die Vorstellung, die Kinder über die Hasenauerstraße gehen lassen zu müssen, ängstigte sie jedesmal. Kein Autofahrer fuhr auf dieser Straße weniger als 80 Stundenkilometer. Und keiner blieb stehen, die Kinder über die Straße gehen zu lassen. Helene selbst fuhr dort so schnell.
pp 133 from Verführungen by Marlene Streeruwitz