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Verlass die Stadt - pp 82
Im Wiener Prater ist jeden Tag Jahrmarkt, ist Kirtag das ganze Jahr; hier wohnt das Vergnügen, hier hat es seinen festen Platz.
Das Riesenrad und die Hochschaubahnen, die zahllosen Attraktionen werden niemals abgebaut, alle Buden bleiben stehen. Auch wenn die Hauptsaison vorbei ist, wenn es kalt und windig ist, haben einige Fahrgeschäfte geöffnet, obwohl dann kaum ein Mensch in den Karussellen sitzt, weil man sich da fast zu Tode friert. Wer schon bei Schneeregen kopfüber auf Wien geschaut hat, wer sich Lángos gekauft hat, die in seiner Hand auf der Stelle erkaltet sind, wer vereinzelte Touristen beobachtet hat, wie sie über das verlassene Gelände irrten, der weiß, wie unglaublich trostlos das sein kann.
Peter, Laura und Max stehen im menschenleeren Wurstelprater, wo die Sonne auf den Asphalt brennt. Wo es auch heute nach heißem Öl und billigem Wein, nach Zuckerwatte und nach Metall riecht nach den heißen Schienen der Achterbahnen wahrscheinlich.
Das Riesenrad und die Hochschaubahnen, die zahllosen Attraktionen werden niemals abgebaut, alle Buden bleiben stehen. Auch wenn die Hauptsaison vorbei ist, wenn es kalt und windig ist, haben einige Fahrgeschäfte geöffnet, obwohl dann kaum ein Mensch in den Karussellen sitzt, weil man sich da fast zu Tode friert. Wer schon bei Schneeregen kopfüber auf Wien geschaut hat, wer sich Lángos gekauft hat, die in seiner Hand auf der Stelle erkaltet sind, wer vereinzelte Touristen beobachtet hat, wie sie über das verlassene Gelände irrten, der weiß, wie unglaublich trostlos das sein kann.
Peter, Laura und Max stehen im menschenleeren Wurstelprater, wo die Sonne auf den Asphalt brennt. Wo es auch heute nach heißem Öl und billigem Wein, nach Zuckerwatte und nach Metall riecht nach den heißen Schienen der Achterbahnen wahrscheinlich.
Near fragment in time
Ich lege das Handy zur Seite. Gehe zu meiner Pinnwand aus Kork, die über meinem Schreibtisch angebracht ist. Betrachte die Eintragungen, die ich aur meiner Wohnungsbesichtigungsdokumentationsseite gemacht habe. Ich male einen Haken neben die Florianigasse vierundzwanzig. Lächle. Von hundertsiebenundfünfzig ausgeschriebenen Zimmern hätte ich hundertneun bekommen. Das ist eine knapp siebzigprozentige Erfolgsquote.
pp 65 from Gegen einsam by
Near fragment in space
Im westlichen Winkel des Praters zwischen Ausstellungsstraße und Hauptallee liegt wie ein vergammeltes Torteneck der Wurstelprater. Schon Mitte des achtzehnten Jahrhunderts entstanden hier die ersten Marktbuden, nachdem Joseph II. das kaiserliche Jagdgebiet zur allgemeinen Benutzung freigegeben hatte. Im Jahr 1840 nahm der legendäre Schausteller Basileo Calafati das erste große Ringelspiel in Betrieb. Johann Fürsts Singspielhalle und Präuschers Panopticum folgten, dann Baschiks Theater für Zauberei, Reinprechts Pony-Karussell und das Varieté der Gebrüder Leicht. Gemeinsam begründeten sie einen der größten und merkwürdigsten Vergnügungsparks Europas: Wer ihn betritt, wird zum Grenzgänger zwischen Geschmacklosigkeit und Poesie, Modernität und Verstaubtheit, Manie und Melancholie. Tagsüber und abends von den Marktschreiern regiert, verwandelt sich der Wurstelprater nach Mitternacht zum Jadgrevier der Huren und Diebe; und nichts vermag darüber hinwegtäuschen, dass das morbide Wiener Karma von Jahrhunderten auf ihm lastet. Am Haupteingang ragt, der Innenstadt zugewandt, sein Wahrzeichen auf – das Riesenrad. Fünfundsechzig Meter hoch, ist es zugleich das verstaubte Fanal und die alternde Diva des Wurstelpraters. Gemächlich und müde dreht es seine Runden, und jedes Mal, wenn einer der fünfzehn Waggons den Zenit erreicht, hält es an und steht still – angeblich, um seinen Passagieren am Boden das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Aber das ist nur ein Vorwand. Es will sich einfach ausruhen, das Riesenrad. Acht Minuten vor zehn lässt Huber den Wagen um das Rondeau des Pratersterns schlittern, überfährt noch rasch eine gelbe Ampel und hält mit quietschenden Reifen auf dem großen Busparkplatz gegenüber dem Planetarium.
pp 231 from Der Fall des Lemming by
