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Verlass die Stadt - pp 114-115

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Es ist heiß, es ist ein alter Wagen. Heiß kalt heiß kalt, ich werde mich sicher verkühlen, denkt Peter, gesund kann das auf keinen Fall sein, denkt Max, nur Gudrun hat sich über die Temperaturproblematik in den Wiener U-Bahnen schon genug Gedanken gemacht und erinnert sich stattdessen an die angenehm kühle Altbauwohnung, die jetzt nicht mehr Margots Wohnung ist. […]
Sie sitzen jetzt nebeneinander. Aber sie schweigen trotzdem, weil die Hitze so grausam ist und ihnen der Schweiß auf der Stirn, im Nacken und auch sonst überall steht und sie sich alle unklar darüber sind, was es eigentlich bringen soll, diese Adresse zu suchen, diese Elisabeth zu besuchen.
  Verlass die Stadt
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Ich stehe von dem Spiegel. Trage Make-up auf. Eine dünne Schicht. Eine Maske. Die Farbe des Lippenstifts passt zu meinem Haar. Manchmal, wenn ich es nicht aushalte, mein Körper mich an verschiedenen Stellen zu jucken beginnt, rufe ich in der Kanzlei an und behaupte, dass ich Kopfweh habe oder Grippe. Ich schminke mich ab. Schlüpfe aus meinem Arbeitsgewand. Ziehe je nach Jahreszeit eine Weste über oder einen Mantel, deren Kapuzen ich tief ins Gesicht schiebe, fahre zu einer Fakultät der Universität Wien, setze mich in einen Hörsaal mit Medizinstudenten oder einen, in dem eine Vorlesung über alte Geschichte stattfindet. Ich verstehe den Stoff, der aus dem Zusammenhang gerissen ist, nicht, lausche den Stimmen der Vortragenden, betrachte die Gesichter meiner Mitstudenten und bin glücklich.
pp 61 from Gegen einsam by Daniela Meisel

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Als Schäfer am Ring stand, winkte er ein Taxi heran und ließ sich ins Stuwerviertel im zweiten Bezirk bringen. Viel Hoffnung auf eine brauchbare Auskunft machte er sich nicht; aber versuchen musste er es.
Er stieg in der Lassallestraße aus und rüttelte kurz darauf an der Tür eines Lokals, das sich als Herrenclub ausgab. Als niemand öffnete, schlug er ein paar Mal mit der Faust entgegen.
"Gepudert wird erst ab sechs", meinte eine unwirsche Männerstimme, zu der wegen dem getönten Sehschlitz kein Gesicht gehörte,
Schäfer holte seinen Ausweis aus der Jacketttasche und hielt ihn dem Mann entgegen, worauf die Tür aufging.
pp 64 from Der bessere Mensch by Georg Haderer