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Canard Saigon - pp 8
Karl Wagner näherte sich dem Ende der Schmelzgasse und schaute vorsichtig um die Ecke. Auf der Straßenseite gegenüber erspähte er zwei russische Soldaten. Sie standen auf er rechten Seite der St. Josefskirche, direkt unter einer der neuen Straßenlaternen. Die Straßenbeleuchtung war erst vor wenigen Tagen instand gesetzt worden, und es schien, als wolle der Sturm die Tauglichkeit prüfen. Wild gestikulierend unterhielten sich die beiden Russen. Vermutlich waren sie betrunken und würden ihn nicht bemerken. Trotzdem wagte Karl es nicht, seinen Weg fortzusetzen. Dabei bräuchte er nur die breite Taborstraße überqueren, links an der Josefskirche vorbei und dann noch etwa 50 Meter weiter, und schon wäre er zu Hause. Karl schätzte die Erfolgsaussichten ab und entschied, zu warten. Das Risiko, erwischt zu werden, war zu hoch. Aus Richtung Donaukanal näherten sich die gelben Scheinwerfer eines Fahrzeugs.
Near fragment in time
Vom Bennoplatz waren es keine fünf Minuten in die Kochgasse. Bronstein wunderte sich. Dieses Grätzl zählte ohne Frage zu den besseren Wohngegenden Wiens. Wie kam es, dass dort auch arme Schlucker wohnten?
Die Antwort gab ihm die Adresse, die ihm die Jedlicka genannt hatte. In dem vornehmen Wohnhaus aus der Jahrhundertwende gab es einen Innenhof, wo sich eine heruntergekommene Werkstatt befand. Vermutlich waren hier einmal Kutschen und später Automobile repariert worden, nun freilich zeugte nichts mehr von der einstigen Geschäftigkeit. Ein unrasierter, müde und ungepflegt wirkender Mann in Flanellhose und weißem Unterhemd saß auf einer leeren Kiste und rauchte eine Zigarette.
pp 94 from Zores by
Die Antwort gab ihm die Adresse, die ihm die Jedlicka genannt hatte. In dem vornehmen Wohnhaus aus der Jahrhundertwende gab es einen Innenhof, wo sich eine heruntergekommene Werkstatt befand. Vermutlich waren hier einmal Kutschen und später Automobile repariert worden, nun freilich zeugte nichts mehr von der einstigen Geschäftigkeit. Ein unrasierter, müde und ungepflegt wirkender Mann in Flanellhose und weißem Unterhemd saß auf einer leeren Kiste und rauchte eine Zigarette.
Near fragment in space
Die abendliche Frühlingssonne breitete einen goldenen Teppich über den Mosesbrunnen. Der Franziskanerplatz zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der angenehmen Temperaturen wegen hatte das Personal des Kleinen Cafes einige Tische ins Freie gestellt. An einem dieser Tische saß Marc Vanhagen mit seinem Gast. Links ragte ein Teil des Franziskanerklosters in ihr Sichtfeld, dessen Renaissancefassade italienisches Flair nach Wien brachte. An das Kloster schmiegte sich das wahre Prunkstück des Platzes. Die Franziskanerkirche dominierte mit ihrer für einen Sakralbau schmalen, bläulich grauen Fassade das herrliche Ambiente.
pp 499 from Canard Saigon by
