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Canard Saigon - pp 8

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Karl Wagner näherte sich dem Ende der Schmelzgasse und schaute vorsichtig um die Ecke. Auf der Straßenseite gegenüber erspähte er zwei russische Soldaten. Sie standen auf er rechten Seite der St. Josefskirche, direkt unter einer der neuen Straßenlaternen. Die Straßenbeleuchtung war erst vor wenigen Tagen instand gesetzt worden, und es schien, als wolle der Sturm die Tauglichkeit prüfen. Wild gestikulierend unterhielten sich die beiden Russen. Vermutlich waren sie betrunken und würden ihn nicht bemerken. Trotzdem wagte Karl es nicht, seinen Weg fortzusetzen. Dabei bräuchte er nur die breite Taborstraße überqueren, links an der Josefskirche vorbei und dann noch etwa 50 Meter weiter, und schon wäre er zu Hause. Karl schätzte die Erfolgsaussichten ab und entschied, zu warten. Das Risiko, erwischt zu werden, war zu hoch. Aus Richtung Donaukanal näherten sich die gelben Scheinwerfer eines Fahrzeugs.
  Canard Saigon
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Ich bin froh, dass ich zur Arbeit keine Schuhe mit Absätzen mehr trage. Meinen Blazer habe ich ausgezogen und um den Arm gewunden. Trotzdem mustern mich die Studierenden der obersten Bankreihe, als ich den Saal betrete. Im Nachbargebäude, der Wirtschaftsuniversität, wäre mein Outfit nicht aufgefallen. Ich muss an die gemeinsame Mensa der beiden Universitäten denken, wo man die Studierenden anhand der Kleidung, Frisuren und Accesoires wie Uhren und Handtaschen mit an hundert Prozent grenzender Wahrscheinlichkeit der einen oder der anderen zuordnen kann.
pp 171 from Gegen einsam by Daniela Meisel

Near fragment in space

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Die abendliche Frühlingssonne breitete einen goldenen Teppich über den Mosesbrunnen. Der Franziskanerplatz zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der angenehmen Temperaturen wegen hatte das Personal des Kleinen Cafes einige Tische ins Freie gestellt. An einem dieser Tische saß Marc Vanhagen mit seinem Gast. Links ragte ein Teil des Franziskanerklosters in ihr Sichtfeld, dessen Renaissancefassade italienisches Flair nach Wien brachte. An das Kloster schmiegte sich das wahre Prunkstück des Platzes. Die Franziskanerkirche dominierte mit ihrer für einen Sakralbau schmalen, bläulich grauen Fassade das herrliche Ambiente.
pp 499 from Canard Saigon by Harald Friesenhahn