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Rückkehr nach Wien - pp 103

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Im verhangenen Licht des Nachmittags gehe ich, nachdem ich Ernst Fischer verlassen habe, zur Universität. In diesem undurchsichtigen Grau tragen die grauen Häuser von Wien einen Ausdruck der Trübsal, verschärft durch den Wind, der durch die kahlen Bäume pfeift, und die letzen geschwärzten Schneehaufen frösteln macht. Vielleicht ist dies der rechte Augenblick, in das schieferfarbene, trostlose Gebäude einzutreten, dessen Insassen, Studenten wie Professoren, in diesem letzen Jahrzehnt der Vernunft so übel dienten. Doch sobald ich die Stufen heraufgestiegen bin, habe ich keine Lust mehr weiter ins Innere zu dringen.
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Am späten Nachmittag fuhr er mit der Straßenbahn hinaus ins Stadion. Er nahm einen Stehplatz, setzte sich dann aber auf die Zeitungen, die er noch immer nicht weggeworfen hatte; daß ihm die Zuschauer vorne die Sicht verstellten, störte ihn nicht. Im Laufe des Spiels setzten sich die meisten. Bloch wurde nicht erkannt. Er ließ die Zeitungen liegen, stellte eine Bierflasche darauf und ging vor dem Schlußpfiff, um nicht ins Gedränge zu geraten, aus dem Stadion.
pp 10 from Die Angst des Tormanns beim Elfmeter by Peter Handke

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"Wir sind eine Collage", pflegte sie zu sagen, "wir setzen uns zusammen aus sehr vielen kleinen Einzelheiten, physisch und psychisch, und jeden Tag müssen wir darum kämpfen, dass wir nicht auseinanderfallen, dass davon nichts verloren geht, dass wir bleiben, wer wir sind. Genauso", dann in dozierendem Tonfall, "genauso müssen wir uns davor schützen, dass jeder Müll an und kleben bleibt wie die Flugblätter, die regelmäßig vor der Universität auf den Asphalt fallen. Und das Wichtigste ist, geh dort nie unter dem Dachsims des Gebäudes entlang, da kacken die Tauben im Akkord herunter."
pp 93-94 from Chucks by Cornelia Travnicek