Arrows_down
Arrows_up
« Back to Sie sprechen mit Jean Améry, was kann ich für sie tun?

Sie sprechen mit Jean Améry, was kann ich für sie tun? - pp 89

Quote
Obwohl heute ein besonderer Tag war, nahm Frank die U-Bahn von 7 Uhr 23. Sein Waggon war noch unsigniert, so konnte er nach langer Zeit wieder einmal ein großes „F“ ritzen. Bei „Johnstraße“ war er fertig, den Rest der Strecke lehnte er sich an das Fenster, schloss die augen und dachte an Calla. Die anderen Fahrgäste interessierten ihn nicht. Fast hätte er den Ausstieg in der Station „Gasometer“ versäumt, in letzter Sekunde sprang er hinaus und musste eine Beschimpfung der U-Bahn-Fahrerin über sich ergehen lassen.
  89
  89
  No
  No
  No
  No
  (none)
  U-Bahn - U3

Near fragment in time

Quote
Nachdem Schäfer sich von Isabelle verabschiedet hatte und wieder im Wagen saß, rief er Bergmann an.
"Mein lieber Kollege … Nur, wenn sie nicht verhindert sind … Ja, es geht um Mladic, der hat bei Kamp angerufen und herumgesponnen, dass ihn jemand umbringen will, und wenn wir ihn beschützen, verrät er uns irgendwas … Ja, könnte ich schon, aber … Nein, ich habe meine Waffe nicht mit und außerdem … Danke, Bergmann, soll ich Sie abholen? … Obere Augartenstraße zweiunddreißig … Na gut, bis gleich."
Und wo war jetzt das verdammte Parkticket? Fluchend hob er sein Gesäß, um in die Hosentasche greifen zu können. Verdammt, ich krame schon herum wie Columbo murrte er und sah das Ticket in der Ablage oberhalb des Radios liegen.
pp 147-148 from Der bessere Mensch by Georg Haderer

Near fragment in space

Quote
Es ist kalt. Die Platanen vor meinem französischen Atelierfenster, am Platz, der nach Hugo Wiener benannt ist, sie wogen im Tiefdruckwind. Thomas Glavinic redet im Fernsehen. Gerade war Charlotte Feuchtgebiet im Apparat. Zu Gast bei Boboobergott Harald Schmidt. Die Welt ist voller Schriftsteller. Voller Fallensteller. Alle sind sie welche. Hugo Wiener selig, Glavinic, Feuchtroche. Beuteschwabe Schmidt.
Der Mann mit der Clownsfrisur, der Zweifamilienbesitzer aus Amstetten? Kein Bobo. Auch der andere Schnitzelländer Tresorentürinstallateur nicht, der mit dem tschechischen Namen, der sich vor die S-Bahn geworfen hat. Bobos werfen sich nicht vor S-Bahnen, sie haben keine Keller. Sie springen von Dächern. Bobos wohnen in Boboville. Der Stadt in den Städten, dem Trockengebiet der Seele. Hier wird über Nässe geschrieben. Und über Nachtarbeit. Hier, in der platanenbestandenen französischen Atelierfenstergegend.
pp 1 from Boboville by Andrea Maria Dusl