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Die große Hitze, oder die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi - pp 86-87

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Es fiel Tuzzi ein, die Michaelerkirche zu betreten, um dort, auf einem Betstuhl zwischen den dicken romanischen Steinbauern, ein paar erholsame Atemzüge zu tun. Aber leider wandte sich sein Auge, kaum daß er eingetreten war, einem hell erleuchteten Seitenaltar zu, der in sehr naturalistischer Weise die Qualen armer Seelen im Fegefeuer darstellte. Und das war entschieden zuviel und veranlasste Tuzzi zu schleunigstem Abgang durch den Seitenausgang.
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  Michaelerkirche

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Auf dem Weg zu meinem früheren Haus komme ich zu dem großen Bunker, den man im Arenbergpark errichtet hat. Der ganze Park ist verschwunden, mit seinen Kieswegen, seinen immergrünen Hecken, der Statue des knabenhaften Diskuswerfers und dem Planschbecken, vom sozialistischen Magistrat den Kleinsten zugedacht.
Wo wir „Diabolo“ spielten oder „Knödel in der Suppe“, steht jetzt dieser scheußliche Bau, zu dem die Greißler und Brieftrager meiner Jugend gepilgert sein müssen, sobald der Kuckuck des Fliegeralarms seine Warnung rief. Das Schwimmbad, in dem ich einmal eine Klubmeisterschaft errang, scheint jetzt den britischen Soldaten vorbehalten.
pp 37 from Rückkehr nach Wien by Hilde Spiel

Near fragment in space

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Am Michaelerplatz rotteten sich zwei Gruppen zusammen. Die rechts stehende Menge war unschwer als Parteigänger Hitlers zu erkennen. Ein Haufen junger Männer mit Kniebundhosen, weißen Stutzen und genagelten Haferlschuhen. Ihnen gegenüber, direkt beim Einfahrtstor zum Heldenplatz standen ein paar ältere Semester in abgetragenen Mänteln, deren Kragen sie hochgeschlagen hatten. Bronstein vermutete in ihnen Vertreter der illegalen Arbeiterbewegung. Beide Gruppen feixten sich schweigend an, während in der Mitte des Platzes einige uniformierte Polizisten herumgingen, die sichtlich nicht wussten, wie sie auf die Situation reagieren sollten. Bronstein beschleunigte seinen Schritt und sah zu, dass er unerkannt über den Platz kam.
pp 112 from Zores by Andreas Pittler