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Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre - pp 57

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Der Doktor Negria war inzwischen in eine zweischneidige Verbarrikadierung geraten, wie sich ein k.u.k. österreichischer Generalsstaboffizier einmal in Bezug auf eine ähnliche Situation ausgedrückt hat. Denn in dem großen Café am Nußdorfer-Platz, wo er Mary erwarten sollte, hatte sich eine Explosion ereignet, eine ganz lautlose, eine ganz subjektive für Negria nur - nun, man errät oder man errät nicht: es saß Eine dort; es saß Eine dort, die war für Negria wie das offenstehende Einfahrtstor zur Ruh' aller seiner Wünsche.
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Near fragment in time

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Der Horizont wich zurück, die Donau wurde sichtbar, und die Pfeilertürme der Reichsbrücke kamen über den Häusern zum Vorschein.
pp 115 from Der dritte Mann by Graham Greene

Near fragment in space

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Im dunkelnden Licht stehe ich auf dem Pfarrplatz. Hier liegt meine Seele begraben. Wann immer ich in den zehn Jahren meiner Abwesenheit Heimweh hatte, war es nach diesem Ort. Wann immer ich gewisse Stellen von Beethoven oder Schubert hörte, erschien er vor meinem Blick. Ein kleiner Dorfplatz: links steht ein Bauernhaus, in dem die „Eroica“ geschrieben wurde; ein anderes zur Rechten; und in der Mitte die kleine Kirche zu St. Jakob. Vor ihr, zwischen vier Bäumen, ein regenverwaschener heiliger Nepomuk, der das Kruzifix und sein Birett in barocker Verzückung umklammert hält. Die Bäume sind kahl. Zu Füßen des Heiligen liegt ein Strau7ß von trockenen Winterbeeren. Im hölzernen Kirchtor hängen die Gemeindenachrichten wie zu meiner Zeit, aber ich bin von ihnen nicht betroffen. Wo meine Wurzeln tief in die Erde reichen wie nirgends sonst, bin ich eine völlige fremde, so entrückt in Zeit und Raum wie ein geisterhafter Revenant.
pp 53 from Rückkehr nach Wien by Hilde Spiel