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Herrn Kukas Empfehlungen - pp 62

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Das Belvedere war nicht nur ein Park, sondern eine richtige Touristenattraktion mit Alleen und einem großen Schloss. Es gab dort soviel zu besichtigen, dass die Touristen mit dem Schauen gar nicht nachkamen. Ich wartete bis es acht Uhr wurde. Dann wurden die letzten Besucher von einem senilen Wärter hinausgebeten und das Tor geschlossen. Der Wärter verschwand in seinem Wärterhäuschen und ließ sich nicht mehr blicken. Ich machte mich auf die Suche nach Herrn Kukas Hotel Vierjahreszeiten und fand es erst nach intensiver Suche im hintersten Winkel des Parks. Das war ein gutes Zeichen. Für jemanden, der davon nichts wusste, war es praktisch unauffindbar. Die Parkbank war von allen Seiten durch Hecken und Efeukugeln abgeschirmt. Es sah fast so aus, als hätte Herr Kuka alles absichtlich so gepflanzt. Die Wege waren mit Kies gestreut, so dass man einen Eindringling schon auf zwanzig Meter Entfernung hören konnte.
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  Belvederegarten

Near fragment in time

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STEPHAN: Wie fühlt sie sich jetzt?
AGNES: Gott sei Dank, sie ist eingeschlafen. Und wie habe ich dich gestern gebeten, mich gleich nach dem „Tristan“ nach Hause zu lassen! Aber nein, erst ins Restaurant; dann spazieren gefahren; dann in den Türkenschanzpark; und immer deine Verführungsversuche -
STEPHAN: Verführungsversuche!
pp 29 from Dramen 1: Der Abgrund; Medea in Prag; Die Entscheidung Lorenzo Morenos; Israel, was tun? by Max Zweig

Near fragment in space

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Die Szenen verwischten sich, je weiter ich mich vom Belvedere entfernt hatte. Die Menschen erschienen mir grau und gereizt. Alle befanden sich in einem hektischen Zustand, als wären sie soeben vor den Kopf gestoßen worden. Ich erreichte in letzter Sekunde einen Omnibus mit Linienaufschrift. (...) Ich stieg vor dem Hilton aus, dem kleineren - es gibt zwei Hiltons in Wien - und wieder überlagerten einander zwei Erinnerungen. Die eine an einen Mann mit einem nachziehbaren Koffer, ein kleiner Mann mit Backenbart, doch ich war in Eile und ließ die Erinnerung hinter mir. Wie ein hund bellte sie mir nach riss an ihrer Kette. Die andere Erinnerung, die das Hilton betraf, war weniger abgeschmackt.
In der ersten ging es um eine Fotosession.
Sie können sich denken, wie das lief, und welche Art von Klamotten in dem Nachziehkoffer waren. Sie werden nicht mehr darüber erfahren.
Ich sprang in eine überfüllte U-Bahn zum Karlsplatz. Dorthin sind stets außergewöhnliche Figuren unterwegs. Mir gegenüber, ich hatte einen Sitzplatz ergattert, erklärte eine Passagierin in gedehnten Worten ihren beiden Kindern einen Führerschein. Der Junge durfte den Ausweis halten und sich das Bild ansehen. Das Mädchen kämpfte gegen die Müdigkeit, weshalb seine Mutter es ermahnte und ihm drohte, dass es allein zurückbleibe, falls es einschlafen sollte. Sie sprach über sich in der dritten Person. Sie bezeichnete das Führerscheinfoto als Bild "der blass und krank aussehenden Mama". Der Junge fragte, ob er den Führerschein haben könne, wenn die Mama gestorben sei.
Ich verließ beim Ausgang Resselpark den U-Bahn-Schacht und atmete kalte würzige Luft ein. Ich steuerte in die Argentinierstraße und betrat atemlos das Rundfunkgebäude.
pp 30-31 from Herzlos by Monika Wogrolly