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Die Stadt ohne Juden - pp 53

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Also, von dem großen Jubel und den Festzügen am Silvestertage, als die letzten Israeliten Wien und Oesterreich verlassen hatten, wirst Du ja ohnedies alles aus den Zeitungen ersehen haben. Nun, den ganzen Januar hielt diese Stimmung an, die Leute machten alle fröhliche Gesichter, ein Festkonzert folgte dem anderen und immer wieder zogen die Massen vor das Rathaus oder das Kanzlerpalais, um dem Bürgermeister Laberl und dem Doktor Schwertfeger zu huldigen. Mir selbst ist es aufgefallen, daß die Wiener in der Elektrischen viel freundlicher und netter waren als vorher, und der Hofrat Tumpel, der bei uns verkehrt, Du weißt, der mit dem blonden Vollbart, den Du nie leiden mochtest, sagte triumphierend zu uns:
»Sehen Sie, das Wiener sonnige Gemüt, das so lange von all dem Fremden überschattet worden war, bricht sich wieder Bahn.«
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Mit weitausgreifenden Schritten durchquerte Fels, der eben nach seinem Morgenritt vom Frühstück kam, den Türkenschanzpark, um sich nach Pötzleinsdorf zu begeben, wohin er sein Automobil beordert hatte.
pp 182 from Faustrecht by Hugo Bettauer

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Aber habe ich dir erzählt, vor Weihnachten, als wir für den Rathausplatz mehrere LKW-Ladungen Schnee aus der Steiermark herbeischaffen mußten? Kinder bauten einen Schneemann, und am nächsten Tag hatte der Schneemann die Karotte und die Kohlen nicht mehr im Gesicht, sondern ein gutes Stück weiter unten. Ausdruck des weltberühmten Wiener Humors, den du unbedingt kennenlernen mußt.
pp 212 from Anna nicht vergessen by Arno Geiger