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Tacheles - pp 125
Das Erste, das Bronstein ins Auge fiel, als er die "Wiener Zeitung" vom Tage aufschlug war die Todesanzeige für den alten Demand. "Tieferschüttert geben wir bekannt, dass unser innigst geliebter, unvergesslicher Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater", stand da zu lesen, "uns am Sonntag, dem 1. Juli 1934, plötzlich inmitten seines ständigen Schaffens und wirkungsvollen Lebens durch den Tod entrissen wurde." Das haben sie aber schön gesagt, dachte Bronstein und unterdrückte ein Grinsen. Doch es kam noch besser: "Die entseelte Hülle des teuren Verblichennen wird in der Dr. karl Lueger Gedächtniskirche auf dem Wiener Zentralfriedhofe aufgebahrt, dortselbst Donnerstags, dem 5.Juli 1934, um 12 Uhr 10 feierlich eingesegnet und sodann auf demselben Friedhof nach nochmaliger Einsegnung in die Familiengruft zur ewigen Ruhe gebettet.
Near fragment in time
Bei der Errichtung des römischen Legionslagers Vindobona, des ersten historisch überlieferten Besiedlungskernes von Wien, lag das Hauptbett der Donau wahrscheinlich im Bereich der Gonzagasse. Die hoch liegende Stadtterrasse hatte ein etwas größeres Areal als heute und übersah den Donauhauptstrom an ihrem Fuß und das von zahlreichen Flussarmen durchzogenem Auentiefland auf der anderen Seite. Einer dieser schwächer durchströmten Flussarme, der sogenannte Wiener Arm, lag wahrscheinlich in der Position des heutigen Donaukanals und vereinigte sich im Bereich der Marienbrücke mit dem Hauptstrombett. Im Zuge eines Katastrophalen Hochwassers im späten 3. Jh. Brach ein großer Teil der Stadtterrasse samt dem im Süden darauf liegenden römischen Legionslager weg. Nach dieser Katastrophe herrschte eine völlig veränderte Situation: Der Stadtterrassenabfall und das Hauptstrombett der Donau hatten sich 100m stadteinwärts verlagert und befanden sich nun entlang des heutigen Straßenzuges des Salzgrieses, während der Gonzagassenarm zu versanden begann. Um die erste Jahrtausendwende setzte dann der Nordostverlagerungstrend der Donau, der den Strom schon durch das ganze Eizeitalter hindurch bestimmt hatte, wieder stärker ein. Im 12. Jh. Verlandete dadurch auch der Salzgriesarm und das schiffbare Hauptbett der Donau befand sich nun im Wiener Arm. Drei Jahrhunderte später floss auch im Wiener Arm nur mehr wenig Wasser. Diese Entwicklung war für die mittelalterliche Stadt, die für ihren Gütertransport auf den Wasserweg angewiesen war, äußerst bedrohlich. Man begann den Wiener Arm zu befestigen und zu vertiefen. Im 17. Jh. Wurde schließlich mit Durchstichen und weiteren Regulierungen der ehemalige Wiener Arm endgültig in den heutigen, künstlichen Donaukanal verwandelt.
pp 122-123 from Wien, Umweltstadtführer: Einblick in die Natur einer Großstadt by
Near fragment in space
Es war im Februar, und die Totengräber mussten Presslufthämmer verwenden, um den hartgefrorenen Boden im Wiener Zentralfriedhof aufzubrechen. Selbst die Natur schien sich beharrlich zu weigern, Lime in ihren Schoss aufzunehmen, aber schließlich brachten wir ihn doch in die Grube und legten die Erdklumpen wie Ziegelsteine auf seinen Sarg.
pp 11 from Der dritte Mann by
