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Verlass die Stadt - pp 41
Als sie vor dem Krankenhaus stehen, hebt Laura ihre Hände nach oben, damit Max sie umarmen kann. Ich bin so froh, sagt sie, dass diese Ungewissheit vorbei ist, und Max nickt und drückt sich an Laura und er freut sich, dass sie hier stehen, in der Großen Mohrengasse in Wien, wo die Sonne auf ihre Haut brennt und alles so richtig in Ordnung ist.
Near fragment in time
Ich nahm mein Heft heraus und schrieb Folgendes: 'Er bog ab und ging südlich weiter, hinauf zur Rotenturmstraße, überquerte den Stephansplatz. Ecke Graben kam ihm Wilma entgegen. Er küsste sie auf die Wange. Sie schaute ihn an, wollte was fragen. "Wohin des Weges?", fragte er. "Ich glaub, ich geh heim. Und du?" "Bräunerhof. Deutsche Zeitungen lesen." Wilma blickte auf die Uhr:"Eine halbe Stunde." "Fein", sagte Demant. "Die Süddeutsche kann warten." Vor der Dorotheergasse blieb Wilma abrupt stehen. "Ich geh doch lieber heim." Sie küsste ihn jetzt rasch auf die Wange, ging zum Stephansplatz zurück. Demant zuckte die Achseln, marschierte am Hawelka vorbei, blieb vor der Casanovabar stehen, um die Fotographien der Nackten zu betrachten. Im Bräunerhof bestellte er sich einen großen Mokka und suchte dann die Süddeutsche. "Ist in der Hand", sagte der Ober Ferdinand. Demant holte sich also die Frankfurter Allgemeine und begann zu lesen. Er las und las und war gar nicht dabei. Seine Gedanken schwebten über den Zeilen, hielten sich aber noch zwischen der Zeitung und seinen Augen. Nach einer Viertelstunde aber flogen sie davon.' Also schrieb ich lustig dahin, dass die Schwarten krachten, bosselte den werdenden Roman GEBÜRTIG.
pp 175-176 from Man ist viel zu früh jung. Essays und Reden by
Near fragment in space
In der Leopoldstadt wurde ein Stück einstudiert, in welchem von einem Manne die Rede war, der rote Haare hatte. Die Zensur machte aus den Haaren Augenbrauen, vielleicht, weil die Haare eines hohen Beamten ins Rötliche spielten.
pp 168 from Bilder und Träume aus Wien by
