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Herrn Kukas Empfehlungen - pp 84-85

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Meine erste Begegnung mit der westlichen Arbeitswelt fand in einer Fleischerei statt. (...) Ich war vielleicht nicht dynamisch, aber ich war bestimmt jung, und mit meinen vierhundert Schilling in der Tasche konnte man mich ruhig als flexibel bezeichnen. Der Wurstbetrieb lag im vierzehnten Bezirk. Als ich dort ankam, stellte sich heraus, daß das Wurstgeschäft auch nicht so dynamisch war, wie es tat.
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STEPHAN: Wie fühlt sie sich jetzt?
AGNES: Gott sei Dank, sie ist eingeschlafen. Und wie habe ich dich gestern gebeten, mich gleich nach dem „Tristan“ nach Hause zu lassen! Aber nein, erst ins Restaurant; dann spazieren gefahren; dann in den Türkenschanzpark; und immer deine Verführungsversuche -
STEPHAN: Verführungsversuche!
pp 29 from Dramen 1: Der Abgrund; Medea in Prag; Die Entscheidung Lorenzo Morenos; Israel, was tun? by Max Zweig

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Auf der Fahrt zu den Steinhofgründen tauschten sie sich über die Ermittlungsergebnisse aus, die noch nicht einmal im Ansatz auf einen Verdächtigen hinwiesen. Schreyer war auf die Telefonnummer angesetzt, Strasser wühlte sich durch Borns Geschäftsverbindungen, Leitner war mit Befragungen beschäftigt. Gab es irgendwelche Ergebnisse von den Forensikern oder aus der Gerichtsmedizin?
"Nichts, was auf ein gewaltsames Eindringen hinweist … die Alarmanlage war deaktiviert, die Kameras ebenfalls … sieht tatsächlich so aus, als hätte Born seinen Mörder freiwillig ins Haus gelassen. Von Koller ist noch nichts Neues gekommen …"
"Verstehe … da vorne ist ein Parkplatz frei …"
Bergmann stellte den Wagen an der Mauer ab, die die Steinhofgründe umgab, legte die Lenkradsperre ein und stieg aus. Sie liefen sich ein und steigerten dann langsam ihr Tempo, bis ihnen das Reden schwerfiel. Für ein effizientes Training waren sie zu schnell unterwegs, das war ihnen beiden klar - doch seit Schäfer wieder regelmäßig Sport trieb, hatte sich auch wieder der Wettkampfcharakter ihrer gemeinsamen Laufrunden eingestellt. Als sie an der Otto-Wagner-Basilika vorbeikamen, sah Schäfer das Plakat, das auf die Ausstellung in einem der Pavillons der psychiatrischen Anstalt hinwies. Das Telefonat mit Isabelle, so schließt sich der Tageskreis, dachte er beim Anblick des ausgezehrten Mädchens, das von einem amerikanischen GI mit Rotkreuz-Binde aus dem Gebäude getragen wurde. Hier hatte der Arzt gewütet, dem jetzt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag der Prozess gemacht wurde. Dass dieser über sechzig Jahre nach seinen Verbrechen ausgeliefert werden konnte, war auch dieser Ausstellung zu verdanken. Zwei deutsche Journalisten hatten sich nach deren Besuch auf die Spur des Folterers gesetzt und ihn schließlich in Buenos Aires gefunden. Wie war jemand zu so etwas fähig? Und wer bringt es fertig, diesen Wahnsinn heute noch zu verteidigen, gedachte Schäfer des jüngst verblichenen Hermann Born.
pp 40 from Der bessere Mensch by Georg Haderer