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Madensky Square - pp 146
Outwardly the Capuchin Church is a narrow, faded building, squeezed in between others on the west side of the Neuermarkt. Inside, too, it is austere with only the dark brown of the marquetry work behind the altar for decoration.
But to walk down the aisle of the Capuchin Church is to walk on the whole history of the Empire, for below in the crypt lie the bodies of all the Habsburgs who have ruled over Austria. Maria Theresia lies there in a vast sarcophagus, entwined in statuary with her husband, and Leopold I who saved us from the Turks. Crown Prince Rudolf sleeps in the crypt, wept over by parties of tourists; and Napoleon's sad little son, the King of Rome whose cradle they adorned with a
thousand golden bees to bring him luck and happiness, but to no avail.
But to walk down the aisle of the Capuchin Church is to walk on the whole history of the Empire, for below in the crypt lie the bodies of all the Habsburgs who have ruled over Austria. Maria Theresia lies there in a vast sarcophagus, entwined in statuary with her husband, and Leopold I who saved us from the Turks. Crown Prince Rudolf sleeps in the crypt, wept over by parties of tourists; and Napoleon's sad little son, the King of Rome whose cradle they adorned with a
thousand golden bees to bring him luck and happiness, but to no avail.
Near fragment in time
Man vergißt allerdings, daß die starren Fronten, hinter denen sich das "rote" und das "schwarze" Wien gegeneinander verschanzten, pompöse Stellen hatten, daß es jenseits der militanten Auseinandersetzungen zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft und den organisatorischen Abschirmungen ihrer Machtbereiche neutrale Zonen gab, in denen die persönliche Kommunikation und der Gesprächskontakt fortbestanden. Es gab sie unter Intellektuellen, Literaten, Künstlern, Journalisten, sie wirkten in Veranstaltungen fort, wo der Geist der Liberalität hochgehalten wurde. Die Rolle, die die von Haß und Feindschaft unberührt gebliebene Institution des Kaffeehauses dabei spielte, war beachtlich. Das "Herrenhof", das "Rebhuhn", das "Café Museum" waren solche Orte der loyalen Begegnung, Sammelpunkte von Intellektuellen aus verschiedensten Berufen, die einander kannten, voneinander wußten. Es war, wollte man es soziologisch definieren, ein Milieu der fließenden Übergänge, der existentiellen Mischformen und relativierenden Individualitäten, demnach ein besonders geeignetes Forum für das freie Gespräch, die impulsive Auseinandersetzung, die systematische Pflege von Querverbindungen zwischen politisch divergierenden Gruppen und Clans.
pp 30-31 from Veruntreute Geschichte. Die Wiener Salons und Literatencafés by
Near fragment in space
"Mein Vater lag begraben auf dem Hietzinger Friedhof, und der Kaiser Franz Joseph, dessen treuer Deserteur er gewesen war, in der Kapuzinergruft. Ich war der Erbe, und der körnige Regen fiel über mich, und ich wanderte dem Hause meines Vaters und meiner Mutter zu. Ich machte einen Umweg. Ich ging an der Kapuzinergruft vorbei. Auch vor ihr ging ein Wachtposten auf und ab. Was hatte er noch zu bewachen? die Sarkopharge? das Andenken? die Geschichte?"
pp 111 from Die Kapuzinergruft by
