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Chucks - pp 47
In der ersten Zeit mit Tamara auf der Straße schleppte ich meistens ein Buch mit mir rum, aus der Hauptbücherei über der U-Bahn-Station. Hundert Jahre Einsamkeit, Malina, Mein Name sei Gantenbein - jede Woche ein anderes. Während Tamara ihre Hände aufhielt, versteckte ich mich hinter einem Buchrücken. Manche Titel las ich in einer Woche zweimal. Ich las, bis meine Karte voll war und sie mir in der Bücherei eine neue anlegen mussten, ich las so lange, bis mir meine Tasche gestohlen wurde, als ich in der Sonne eingeschlafen und Tamara weggegangen war, ich weiß nicht, wohin. Es war nichts in der Tasche außer meinem Notizbuch, meinem Bibliotheksausweis, einem Stift und einer Ausgabe von Unterm Rad. Ich konnte die Bibliothek nie wieder betreten, ich wusste, wie sie mich ansehen würden, käme ich ohne Buch zurück. Ich war wütend auf Tamara, die nicht aufgepasst hatte. Es lag nicht am Geld, ich hätte das Buch wohl bezahlen können, aber es wäre nicht das Gleiche gewesen. Ich hatte versagt.
Near fragment in time
Verdreckt, erschöpft, alle erklältet und hustend, kamen sie schließlich in Wien an. Da völlig unklar war, wann endlich, an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit, ihr Viehwaggon im zum Teil zerstörten Franz-Josefs-Bahnhof einrollen würde, holte sie auch niemand ab. Ja, es gäbe Straßenbahnen, aber nur unregelmäßig, alle heiligen Zeiten, und nur dort, wo die Schienen noch intakt seien, erklärte ein Mann. Nach Währing? "Das könnt' sich ausgehen! Warten S' hier!" sagte er. Also stand Anna wartend, von ihren todmüden Kindern umringt, zwischen Ruinen, zerstörten Hausfassaden und aufgerissenen Straßen, und sie hätte gern geweint.
Schließlich rumpelte eine staubbedeckte Straßenbahngarnitur heran, sie kletterten eilig in einen der Wagen und fuhren dann langsam, auf knirschenden Schienen, durch eine zertrümmerte, unkenntlich gewordene. Stadt. Nachdem sie nochmals umsteigen und lange hatten warten müssen, landeten sie schließlich in der Schulgasse. Das Haus war unzerstört!
pp 257 from Im Schatten der Zeit by
Schließlich rumpelte eine staubbedeckte Straßenbahngarnitur heran, sie kletterten eilig in einen der Wagen und fuhren dann langsam, auf knirschenden Schienen, durch eine zertrümmerte, unkenntlich gewordene. Stadt. Nachdem sie nochmals umsteigen und lange hatten warten müssen, landeten sie schließlich in der Schulgasse. Das Haus war unzerstört!
Near fragment in space
Pink Floyd in der Stadthalle. Pink Floyd gehörte zweifellos zum Soundtrack meiner Biographie. Aber ich war nie ein kreischender Jugendlicher. Und Feuerzeugschwenken war nicht eines meiner Grundbedürfnisse.
pp 247 from Don Juan de la Mancha by
