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Sie sprechen mit Jean Améry, was kann ich für sie tun? - pp 12
Seit beinahe vier Jahren besuchte Frank Gerda regelmäßig in der Filiale des Arbeitsmarktservices in der Huttengasse; allerlei Hürden hatte sie sich für ihn schon ausgedacht, aber er kam immer wieder.
Near fragment in time
Obwohl es schon fast vier Uhr war, nutzte Schäfer jede Gelegenheit, seine Rückkehr ins Kommissariat hinauszuzögern. Zwei Kugeln Eis am Hohen Markt, ein Leinenhemd in einer kleinen Boutique probieren - auch wenn ihm der Sommer mit seinen Temperaturen zusetzte, wollte er nicht abermals in drei Monaten in den Herbstregen schauen und wehmütig daran denken, dass er ihn versäumt hatte. Ein Mittelmaß zu finden, war ihm offenbar nicht gegeben. Kurz vor fünf zwang ihn das schlechte Gewissen dann doch in die Arbeit. Vor dem Eingang traf er auf einen Kollegen von der Spurensicherung, der anders als Schäfer in Eile zu sein schien.
pp 176 from Der bessere Mensch by
Near fragment in space
Einmal, es war noch in der ersten Woche meines Dienstes, kam das Fernsehen. Sie hatten es sich in den Kopf gesetzt, ausgerechnet mich beim Verladen eines Kranken zu filmen. Ich fragte, warum mich, und der Redakteur antwortete, weil jeder Ihren Vater kennt. Da das Fernsehen in die Ein-satzzentrale gekommen war, wo keine Kranken zur Verfü-gung standen, weil diese ja nicht bei uns, sondern in den Spitälern abgeliefert wurden, musste einer der Rettungs-fahrer seine Zivilkleidung anziehen, und wir verluden ihn auf der Breitenseer Straße in ein Sanitätsauto. Danach wollte mich der Redakteur interviewen. Er bezeichnete sich selbst als fortschrittlichen Menschen, der den Zuschauern von Österreich Heute die Vorurteile gegen den Zivildienst nehmen wolle. Die Zivildiener, sagte er, werden von vielen Menschen immer noch als Drückeberger bezeichnet. Ich will ihnen zeigen, dass ihr hart arbeitet und ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft seid. Er fragte mich, warum ich Zivildienst mache, und ich antwortete, weil mir das Bun-desheer auf die Nerven gehe.
pp 349-350 from Das Vaterspiel by
