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Dunkelstein - pp 67

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Willy Klang: "Ich bin wie ein Pfitschipfeil die nächsten Tage zwischen Kultusgemeinde und Morzinplatz und Westbahnhof hin und her. Order da, Order dort. Kaum hat die Gestapo einen beim Kragen und wir erfahrens, brüllt mich der Dunkelstein an, redet mit der Zentralstelle, um den loszueisen, brüllt mich wieder an, was ich da noch rumsteh, statt den Singer mit dem Papier von dort nach dort zu bringen.
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  Westbahnhof

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Frank nahm morgens immer den vierten Waggon; er hatte keine Ahnung, wie es dazu kam; irgendwann entschied er so und irgendwann entschied er auch, sich immer dafür zu entscheiden.
[…]
„Tschüssi, baba und lass echt die Finger vom Actimel!“, schloss sie und stieg in „Stephansplatz“ aus, ohne Frank auch nur einen flüchtigen Blick zu widmen.
[…]
Die Frau lächelte ihm zwischen „Herrengasse“ und „Stephansplatz“ zu – ein unverbindlich konspiratives Lächeln, ein augenzwinkerndes ohne Augenzwinkern; eines, das auf politische Menschen erotisch wirken kann und von anderen übersehen wird.
In der Station „Stubentor“ verließ sie die U3, wahrscheinlich studierte sie Kunst an der Angewandten.
[...]
Beim Verlassen des Waggons merkte sich Frank die Nummer.
pp 17-18 from Sie sprechen mit Jean Améry, was kann ich für sie tun? by Kurto Wendt

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"Am Weihnachtsabend des Jahres 1918 kehrte ich heim. Elf zeigte die Uhr am Westbahnhof. Durch die Mariahilferstraße ging ich. Ein körniger Regen, mißratener Schnee und kümmerlicher Bruder des Hagels, fiel in schrägen Strichen vom mißgünstigen Himmel. Meine Kappe war nackt, man hatte ihr die Rosette abgerissen. Ich selbst war nackt. Die Steine waren nackt, die Mauern und die Dächer. Nackt waren die spärlichen Laternen. Der körnige Regen prasselte gegen ihr mattes Glas, als würfe der Himmel sandige Kiesel gegen arme große Glasmurmeln."
pp 110-111 from Die Kapuzinergruft by Joseph Moses Roth