« Back to Im Schatten der Zeit
Im Schatten der Zeit - pp 185
Jedoch half ihm seine Parteizugehörigkeit rasch weiter, und Anna war selig, als sie schon nach wenigen Tagen eine ihnen angebotene Wohnung besichtigen konnten. Diese lag im zweiten Stock eines Hauses am Trautenauplatz im neunzehnten Bezirk. Sie war geräumig und besaß einen Balkon, von dem aus man auf Schrebergärten und noch unverbautes Gebiet sah. Nicht weit verlief die Sieveringer Hauptstraße, mit Geschäften und einer Straßenbahnstation. „Oh ja, Steff, die nehmen wir“ rief Anna aus, und sie umarmten einander zum ersten Mal in den noch leeren, künftigen Wohnräumen.
Daß es da Schattenflächen ehemaliger Bilder an den Wänden gab, daß noch Spuren fremden Lebens beseitigt werden mußten, ehe sie einziehen würden, darüber wollte Anna nicht nachdenken.
Daß es da Schattenflächen ehemaliger Bilder an den Wänden gab, daß noch Spuren fremden Lebens beseitigt werden mußten, ehe sie einziehen würden, darüber wollte Anna nicht nachdenken.
Near fragment in time
"Du fährst mit mir, als ob due mich gestohlen hättest", sagte Johannes zu Marc, der mit Blaulicht über die Simmeringer Hauptstraße jagte. "So bin ich schon lange nicht mehr gefahren", sagte Marc vergnügt. "Kaum Verkehr, eine Einsatzfahrt durchs nächtliche Wien, das hat etwas. Da komme ich mir gleich wichtig vor." "Sind wir doch, Chef, wir sind wichtig. Und wir bleiben es, wenn du etwas langsamer fährst." Marc lachte und drosselte das Tempo. Aber nicht etwa, weil er sich die Worte von Johannes zu Herzen genommen hatte, sondern weil er nach rechts in die Baudißgasse abbog. Er schaltete das Blaulicht ab. "Gleich sind wir da", sagte Marc. Als er in die Ailecgasse einbog, öffnete Johannes seinen Koffer. "Fahr bitte langsam ich möchte etwas überprüfen." Marc drosselte das Tempo. Das Grundstück befand sich auf der linken Seite. Im Vorbeifahren sah Marc ein altes Gebäude, ungefähr 20 Meter von der Straße entfernt. Ein alter Maschendrahtzaun bildete die vordere Begrenzung. Anstatt eines Tores gab es eine breite, offene Einfahrt in einen betonierten Hof. Das Anwesen lag fast völlig im Dunkeln. Nur die Scheinwerfer des gut beleuchteten Nachbargrundstücks erhellten einen Teil des Rasens im hinteren Eck. Als er einige Meter vorbeigefahren war, piepste ein elektronisches Gerät im Koffer von Johannes. "Das Gebäude wird von zwei Überwachungskameras gesichert", sagte Johannes.
pp 487-488 from Canard Saigon by
