« Back to Herzlos
Herzlos - pp 39
Ich sei ein typischer Löwe, hörte ich ihn sagen und blickte auf das Eingangsschild des Tiergartens Schönbrunn. Ich hätte Lust gehabt, die Seehunde zu beobachten, Pinguine und Elefanten und den skurrilen Langohr-Wüstenigel in einem gesonderten Abschnitt des Raubkatzentraktes. Der Tod einer Tierpflegerin, die von drei Panthern in unmittelbarer Nähe des Wüstenigels zerissen worden war, hielt mich zurück.
Near fragment in time
Szene 4. Sonntagmittag.
Ich gehe durch den Türkenschanzpark. Es ist klar. Aber Frühling. Büsche und Bäume in Blüte. Tulpen und Narzissen. Das Gras wieder grün. Die Anruferin von Freitag war Politikersgattin in der Nachkriegszeit.
pp 45 from Tagebuch der Gegenwart by
Ich gehe durch den Türkenschanzpark. Es ist klar. Aber Frühling. Büsche und Bäume in Blüte. Tulpen und Narzissen. Das Gras wieder grün. Die Anruferin von Freitag war Politikersgattin in der Nachkriegszeit.
Near fragment in space
Paul sah zum Himmel auf; der Wind strich nur nahe am Boden, denn der bleigraue Himmel schien unbewegt. Er schritt durch das Gittertor über den hellen gefegten Sand des Hofes. Außer einem Burggendarmen und dem Wachtposten war niemand da. Im Parterre vor dem Schloß knieten Gartenarbeiter auf den Rasenflächen und schichteten gelbgrüne verblichene Rasenziegel. Die Beete lagen entblößt, und ihre schwarze lockere Erde war aufgewühlt. An die Sockel der sandsteinernen Bilder hatte der Wind braune modernde Blätter zu Haufen angeweht. Irgendwo klangen Stimmen. Paul sah auf; ein Mann, der zwei Kinder an der Hand hielt, kam über den Wiesenhang von der Gloriette herab. Die offene luftige Säulenhalle schien unkörperlich und flach an den Himmel gepreßt, der in wolkenlosem Grau dahinter aufstieg. In fahlem Gelb zog sich der steile Wiesenhang herab, jäh abgeschnitten durch die steinerne modergrüne Rückwand des Neptunbrunnens. Zwischen all den matten erlöschenden Farben, schien das Grün des Tannenhintergrundes sich schwarz zu einer Höhle zu vertiefen, aus der die steinernen Hippocampen sprengten.
pp 94 from Der Tod Georgs by
