« Back to Chucks
Chucks - pp 148
Am Abend nach dieser Räumung saßen wir unter einer Brücke am Donaukanal und leckten gegenseitig unsere Wunden. Zwei Freunde von uns waren verhaftet worden, sie kamen erst spätabends zurück und wurden gefeiert, als wären sie von einer siegreichen Schlacht heimgekehrt. Jemand gab einen Joint in die Runde, und als er bei mir anlangte, war das Ende so aufgeweicht, dass ich fast keinen Rauch mehr ziehen konnte.
Near fragment in time
Dem jungen Mann, der ihr die Glastür offen hielt, schenkte sie ein dankbares Lächeln und verließ die U-Bahn-Station Rennbahnweg. Das Licht der Straßenbeleuchtung schien ihren bronzefarbenen Teint mit Goldstaub zu überziehen.
pp 30 from Canard Saigon by
Near fragment in space
Wien war wie ausgestorben, am Franz-Josefs-Kai glitt sie durch eine grüne Welle, und selbst am Schwedenplatz nicht der geringste Stau. Anzeichen von Zivilisation sah sie lediglich beim berühmten Eisgeschäft, da bevölkerten kleine Menschengruppen die raren schattigen Plätze. Auf der Ringstraße kutschierten ein paar Fiaker japanische Touristen, die sich durch die Hitze nicht beeindrucken ließen und jedes Gebäude knipsten. Seit fast zwanzig Jahren lebte Anna jetzt in Wien, aber eine Fiakerfahrt hatte sie noch nie unternommen. Die ersten Jahre hätte sie sich das schlicht nicht leisten können, und außerdem spürte sie immer noch das Landkind in sich: Pferde gehörten auf eine Wiese und nicht in die Asphalthölle der Wiener Ringstraße.
pp 119-120 from Bis zur Neige - Ein Fall für Berlin und Wien by ,
