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Der bessere Mensch - pp 195-196
Der Schweiß brannte Schäfer in den Augen, als er die leichte Steigung vom Gürtel zu seinem Wohnhaus in Ottakring hinauffuhr. Einkaufen musste er auch noch. Auf halbem Weg blieb er bei einem Supermarkt stehen und deckte sich für das Abendessen und das Frühstück ein – mehr wollte er bei diesen Temperaturen auf keinen Fall nach Hause transportieren.
Kurz nach acht, als Schäfer bereits wie ein alter Hund vor dem Fernseher lag, bekam er einen Anruf von einer Dienststelle im fünften Bezirk.
„Herr Major, Entschuldigen Sie bitte die späte Störung … aber Sie bearbeiten doch den Fall Schöps …“
„Unter anderem“, erwiderte Schäfer schroff, dem wirklich nicht daran gelegen war, noch einmal das Haus verlassen zu müssen.
„Hier ist nämlich ein junger Mann, der sich selbst anzeigen möchte … er gibt an, Manfred Schöps in seinem LKW erschossen zu haben … eigentlich wollte er einen anderen umbringen … der ist ziemlich aufgelöst und ich werde nicht schlau aus ihm … “
„Bringen Sie ihn in die Josefstadt … ich bin in zwanzig Minuten dort … und passen Sie auf, dass er sich nichts antut …“
Das ist kein Zufall, dass der sich jetzt meldet, murmelte Schäfer mürrisch, während er sich anzog, das war die Kovacs, diese renitente Kröte. Dann wird aus ihrem lauschigen Sommerabend aber auch nichts, brummte er, als er die Straße nach seinem Wagen absuchte, hoffentlich hat sie gerade ein Soufflé im Rohr und einen feurigen Liebhaber in der Wohnung. Er stieg ins Auto und nahm sein Handy.
„Kovacs“, schrie er, „was haben Sie im Fall Schöps unternommen?“
„Ähm … nicht viel“, erwiderte sie kleinlaut.
„Aha, dachte ich’s mir doch. Sie packen sich jetzt zusammen und kommen sofort in die Justizanstalt in der Josefstadt.“
Kurz nach acht, als Schäfer bereits wie ein alter Hund vor dem Fernseher lag, bekam er einen Anruf von einer Dienststelle im fünften Bezirk.
„Herr Major, Entschuldigen Sie bitte die späte Störung … aber Sie bearbeiten doch den Fall Schöps …“
„Unter anderem“, erwiderte Schäfer schroff, dem wirklich nicht daran gelegen war, noch einmal das Haus verlassen zu müssen.
„Hier ist nämlich ein junger Mann, der sich selbst anzeigen möchte … er gibt an, Manfred Schöps in seinem LKW erschossen zu haben … eigentlich wollte er einen anderen umbringen … der ist ziemlich aufgelöst und ich werde nicht schlau aus ihm … “
„Bringen Sie ihn in die Josefstadt … ich bin in zwanzig Minuten dort … und passen Sie auf, dass er sich nichts antut …“
Das ist kein Zufall, dass der sich jetzt meldet, murmelte Schäfer mürrisch, während er sich anzog, das war die Kovacs, diese renitente Kröte. Dann wird aus ihrem lauschigen Sommerabend aber auch nichts, brummte er, als er die Straße nach seinem Wagen absuchte, hoffentlich hat sie gerade ein Soufflé im Rohr und einen feurigen Liebhaber in der Wohnung. Er stieg ins Auto und nahm sein Handy.
„Kovacs“, schrie er, „was haben Sie im Fall Schöps unternommen?“
„Ähm … nicht viel“, erwiderte sie kleinlaut.
„Aha, dachte ich’s mir doch. Sie packen sich jetzt zusammen und kommen sofort in die Justizanstalt in der Josefstadt.“
Near fragment in time
Als sie die Linke Wienzeile entlanggingen, kamen die vergoldeten Lorbeerblätter des Ausstellungsgebäudes der Sezession in Sicht.
pp 209 from Rendezvous mit dem Tod by
Near fragment in space
Im Innenhof des Alten AKH setze ich mich auf eine Parkbank. Ziehe meine Zeitung unter dem Arm hervor. Neben mir ein älterer Herr mit Krückstock und Brille. Ich spreche ihn an. Teile ihm mit, dass ich nur den Immobilienteil lese, und biete ihm den Rest an. Er nimmt ihn. Lächelt. Die Brille rutscht ihm von der Nase. Er bückt sich danach. Beginnt zu lachen. Die Sonne strahlt durch die Baumwipfel. Tauben spazieren über die Rasenfläche. Bewegen ihre Köpfe beim Gehen rückartig vor und zurück. Picken zwischen die Grashalme, die grün sind und saftig. Umrunden die Sitzbänke auf der Suche nach Essensresten. Haussperlinge gesellen sich zu ihnen. Ein kleiner Junge rennt schreiend in ihre Mitte. Fuchtelt mit den Armen. Die Vögel fliegen auf. Er gluckst. Klatscht in seine Babyspeckhändchen. Die Atmosphäre dieses Tages, die Stimmung ist ansteckend.
pp 71-72 from Gegen einsam by
