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Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre - pp 324-325

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So war Editha zwischen Melzer und Stangeler die Skoda-Gasse hinunter gegangen, langsam, wozu das Wetter jetzt einlud, die Luft war frisch und still, der Mond lag in Flächen an den Häusern und in Bahnen zwischen diesen in die Gassen fallend. Von der breiten, gestreckten und gleichmäßig hinabführenden Spitalgasse aus sah man noch einzelne absegelnde Wolken an dem rein gewordenen Himmel. Sie wandten sich zum Bürgerversorgungshause, welches damals noch stand - statt des Parks, den der zweite Weltkrieg dann verwüstet hat - nach rechts; und in die schmale Strudlhofgasse tauchten sie sozusagen ein, denn hier war alles tief im Schlagschatten und doppelt scharf im Mode, dessen Licht von den Dachkanten floß und in der Waisenhausegasse - jetzt hieß sie schon Boltzmanngasse - ausgebreitet lag.

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Das Stammlokal der literarischen Welt im Ersten Bezirk war damals das 'Café Central', ein Eckhaus der Herrengasse. Schon die Baulichkeiten waren originell. Man trat zuerst in einen düsteren Vorsaal mit tiefen Fensternischen. Hier herrschte stets eine kühle Dämmerung, die ideale Beleuchtung für Stubenhocker und Eigenbrötler. Dann ging man durch einen schmalen Gang und gelangt in eine Art Hof mit Oberlicht, zu dem eine kleine Stiege mit breiten Stufen hinaufführte. Der große Saal war eigentlich ein Gewölbe ohne Decke. Der Rauch verteilte sich daher bis unter das hohe Glasdach. Im Gegensatz zum Vorraum war dieser Hof sehr hell und luftig. Hier waren die Stammtische der einzelnen Künstler, die absolut tabu waren, die Insel der Schachspieler, die Oase der Domino-Liebhaber, die Ecke, wo man Billard spielte. Alle diese Abteilungen mit ihren Zuschauern und Kiebitzen waren durch genügend Raum voneinander getrennt. Keiner störte den anderen. Hier trafen sich Künstler jeder Art: Dichter, Schriftsteller, Maler, Bildhauer und zugleich jene kunstbegeisterten bürgerlichen Kreise, die sich für alles Neue und Außergewöhnliche interessierten.
pp 133-134 from Widerhall des Herzens. Ein Peter Altenberg-Buch by Helga Malmberg

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Dafür entstand gleich neben dem Narrenturm ein kleines Bethaus für die Kranken des jüdischen Glaubens des allgemeinen Krankenhauses.
pp 339 from Der andere Garten. Erinnern und Erfinden in Gärten von Institutionen by Natascha N. Hoefer