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Herrn Kukas Empfehlungen - pp 72-74

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Ich kaufte mir bei der Oper in einer Trafik eine Ansichtskarte für meine Eltern und bog in die Kärtnerstraße ein. Da die Kärntnerstraße voll von Boutiquen ist, blieb ich hin und wieder an einer Auslage stehen. Als ich mir gerade Frauenunterwäsche ansah, tippte mir plötzlich jemand auf die Schulter. Ich drehte mich um und sah vor mir einen etwa zwanzigjährigen Mozart stehen mit einem Katalog im Arm. (...)Ich war so knapp davor, mir einen Sitzplatz für die >>Aida<< zu kaufen, und machte dass ich weg kam. Erst als ich ein paar Geschäfte weiter war, drehte ich mich wieder um. Mein Mozart hatte sich erstaunlich schnell von seiner Enttäuschung wieder erholt. Er war aufgestanden und suchte energisch nach einem neuen Opernliebhaber.
Vor dem Stephansdom gab es eine Menge Touristen, die sehr an dem Bauwerk interessiert waren. Ich war der einzige, der sich nicht soviel daraus macht
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Leider mußte ich jedoch im Café Central feststellen, daß mein Freund nicht allein dort war. Er saß vielmehr im Kreis seiner jüdischen Literatenclique, die inzwischen unter der Bezeichnung "Jung Wien" zu einiger Berühmtheit gekommen war. Mir blieb also nichts weiter übrig, als mich geduldig dazuzusetzen und für eine Weile das Künstlergeschwätz dieser Leute zu ertragen.
pp 23-24 from Der Walzer der gefallenen Engel by C.S. Mahrendorff

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Nachdem er seine Notizen vervollständigt und bezahlt hatte, verließ er das Café und ging durch den ersten Bezirk zurück ins Kommissariat. Auf der Kärntner Straße kam ihm stoßweise ein eisiger Wind entgegen, der bis in die Knochen zu kriechen schien. Scheißstadt ... da könnte er doch gleich auf einer Ölplattform in der Nordsee anheuern: besseres Gehalt, wenig Zeit für dumme Gedanken, kein Innenminister, kein Polizeipräsident, höchstens wettergegerbte Vorarbeiter, die andauernd herumbrüllten, aber im Grunde gutherzige Menschen waren, Schäfer, schwing deinen nichtsnutzigen Ösi-Arsch hierher, in ölverschmierten Overalls Pumpen instand halten, an riesigen Schraubenrädern drehen ... vielleicht sollte er das wirklich tun.
pp 51-52 from Ohnmachtspiele by Georg Haderer