« Back to Malina
Malina - pp 77-
"Heute nachmittag raffe ich mich auf und gehe zu diesem Vortrag ins Institut Français, ich komme natürlich zu spät und muß hinten an der Türe stehen [...]"
Near fragment in time
"Erst wenn das Licht des Tages erlischt und sich die Nacht breitmacht mit Lampe und Handarbeit oder mit Schlagring und Pistole, erfolgt der Auftritt von Menschen, die im Leben eher weniger geführt worden sind, meist Frauen. Selten aber doch:sehr junge Männer, denn wenn diese älter werden, sind sie ihren Kunden noch weniger wert als ältere Frauen. Die dem Homosexuellen natürlich in keinem Stadium etwas wert sind. Dann öffnet der Praterstrich seine Tore.
Er ist überall, in ganz Wien, und schon beim Kleinkind bekannt, das davor gewarnt wird, in der Dunkelheit diesem Ort auch nur in die fernere Nähe zu kommen: Links die Buben, rechts die Mädchen. Man findet hier viele ältere Frauen am Rande ihres Berufs und ihres Lebens, vor. Oft trifft man auch nur mehr ihre zerschossenen, aus fahrenden Autos geworfenen Überreste."
pp 134 from Die Klavierspielerin by
Er ist überall, in ganz Wien, und schon beim Kleinkind bekannt, das davor gewarnt wird, in der Dunkelheit diesem Ort auch nur in die fernere Nähe zu kommen: Links die Buben, rechts die Mädchen. Man findet hier viele ältere Frauen am Rande ihres Berufs und ihres Lebens, vor. Oft trifft man auch nur mehr ihre zerschossenen, aus fahrenden Autos geworfenen Überreste."
Near fragment in space
Als sie durch das Servitenviertel in die Liechtensteinstraße bog, bemerkte sie, dass der Himmel sich verdunkelte. Das Liechtenstein Museum war in dramatisches Licht getaucht und wirkte dadurch noch imposanter, als es ohnehin schon war. Im Mai hatte Anna zusammen mit einer Freundin aus Italien fast einen ganzen Sonntag in diesem Museum verbracht, und beide waren schwer beeindruckt von Palais, Park und Kunst gewesen. Anna konnte es kaum fassen, dass all die Rubens, van Dycks und Rembrandts im Privatbesitz des Fürsten von Liechtenstein waren – der Wert dieser Privatsammlung überstieg ihr Vorstellungsvermögen. Und dieser Fürst war nicht etwa eine historische Figur, verewigt in einem düsteren Ölschinken, nein, er war eine lebende Person mit Familie, was von einem Schwarzweißporträt im Treppenhaus bezeugt wurde. Wie ungerecht die Welt doch sein konnte… Anna wurde aus ihren Gedanken gerissen, als dicke Tropfen auf die staubige Windschutzscheibe platschten. Kurz bevor sie den Gürtel überquerte, setzte heftiger Wind ein.
pp 229-230 from Bis zur Neige - Ein Fall für Berlin und Wien by ,
