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Holzfällen - pp 193

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Wie ich einmal in München aufgetreten bin, vor über zwanzig Jahren, eingesprungen bin, wie gesagt wird, sagte er, im Grunde nicht der Rede wert, als Heinrich, sagte er, traf ich dort in der Kaufingerstraße einen Kollegen, den ich von früher kannte, aus der Vorkriegszeit, mit dem ich übrigens einmal in der Lerchenfelderstraße ein Untermietzimmer geteilt habe, ungeheizt, wie sich denken läßt, Ratten waren da, nichts zu essen, sagte er, Sie wissen ja, wie das damals war, Amerikaner noch nicht da, Russen schon da, Renner an der Macht, Sie wissen, da habe ich diesen Kollegen gefragt, warum er aus Wien weg ist.
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Es war ein in memoriam, gemischt aus Grimm und Wehmut, als Anton Kuh seinen kämpferischen Nachruf auf das Café Central mit der Feststellung verband, daß im November 1918, während auf dem Balkon des landhauses in der Wiener Herrengasse die Republik Österreich ausgerufen wurde, im Wiener Geistesleben zugleich eine stürmisch-erneuernde Sezession stattfand. Man kann es bei ihm nachlesen: "Bibiana Amon, die Strahlende, als Gretchen von Peter Altenberg entdeckt, aber nun schon zur Helena erblüht, stand auf der obersten der drei Eingangsstufen des "Central", blickte zum Gewühl beim Landhaus, sah ihre Geliebten mitten darin und rief: Gib acht, Anton! Die Revolution!" Wenige Tage später "saß alles, was politisch und erotisch revolutionär gesinnt war" zwei Häuser weiter im kurz zuvor neu eröffneten Café Herrenhof - "Die Mumien blieben im Alten" und, fügte Kuh hinzu: "Die Scheidung war folgerichtig."
pp 99 from Veruntreute Geschichte. Die Wiener Salons und Literatencafés by Milan Dubrovic

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Alter Häftling: "Ihr wart im Café Josephstal? Ihr habt dort tarockiert. Ich bin auch draußen vorbeigegangen." (...) Willy Klang: "Tarockieren? Unsereiner hat Bridge gespielt. Ich hab gewohnt in der Pfeilgasse, gleich gegenüber vom Josephstal."
pp 12-13 from Dunkelstein by Robert Schindel