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Die Arbeit der Nacht - pp 74-

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Vor der Millennium-City hielt er nicht an, sondern fuhr direkt in das Gebäude ein. Im Schritttempo ging es vorbei an den Boutiquen, dem Buchladen, dem Juwelier, dem Drogeriemarkt, den Cafés und Restaurants. Wie an einem normalen Arbeitstag war alles offen. Er verzichtete darauf zu hupen.
Bei den Imbißständen und Snackbars fiel ihm aus, wie gründlich zusammengeräumt sie waren.
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  Millennium City

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Das Handy riss sie aus ihren Gedanken. »Friedelhofer. Grüß Gott. Sind Sie noch im Büro?« Anna war mehr als überrascht. »Hallo. Nein, ich bin nicht mehr im Dienst. Was verschafft mir die Ehre? Haben Sie noch was Neues zum Fall Bachmüller?« »Nein, nein. Der ist ja längst nicht mehr mein Fall. Wobei… nachdenken tu ich schon noch über den. So ein schöner Mord. Fast perfekt.« »Tja, aber eben nur fast. Jetzt müss’ma nur noch rausfinden, wer diesen fast perfekten Mord begangen hat.« »Und nachdem Sie das heute wohl nicht mehr tun werden, hab ich mir gedacht, wir könnten zusammen was essen gehen? Oder haben Sie schon was vor?« »Nein, nicht direkt. Ich wollte früh ins Bett, aber gegessen hab ich noch nichts.« Anna versuchte sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen. »Und was schlagen Sie vor?« »Bei den Temperaturen könnten wir ans Wasser gehen. Was halten Sie von der Alten Donau?« »Ja, wenn wir da einen Platz bekommen.« »Ich glaub schon. Sind ja eh alle weg jetzt in den Sommerferien. Soll ich Sie abholen?« »Ich kann auch mit der U-Bahn fahren.« »Das können Sie aber auch lassen. Wo wohnen Sie denn?« »Im 18., beim Kutschkermarkt.« »Gut, können Sie da an der Straßenbahnhaltestelle warten? Ich bin in zwanzig Minuten da. Gelbes Auto.« Mein Gott. War das etwa ein Rendezvous? Mit einem Pathologen? In zwanzig Minuten? Keine Zeit mehr zum Haarewaschen oder lange Überlegen, was sie anziehen sollte. Anna sprang trotzdem schnell unter die Dusche und holte ein frisches T-Shirt und einen Sommerrock aus dem Schrank. Sie hatte bis jetzt nicht einmal darüber nachgedacht, ob sie diesen Friedelhofer attraktiv fand. Na, einmal essen gehen ist ja noch nicht verlobt. Obwohl ab einem gewissen Alter Verabredungen dieser Art eher selten wurden.
pp 184-186 from Bis zur Neige - Ein Fall für Berlin und Wien by Petra Hartlieb, Claus-Ulrich Bielefeld

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Das Handy. Ich griff in die Tasche und drückte darauf herum, bis es endlich zu läuten aufhörte.
Herzstillstand heißt, das Herz hat aufgehört zu schlagen.
Aber hört das Herz nicht immer auf zu schlagen, wenn der Tod eintritt?
Ja.
Mit anderen Worten, Sie sagen: Der Tod war die Todesursache?
Wieder läutete das Handy.
Ja. Der Tod Ihres Vaters hatte keine andere Ursache. Keine sichtbare andere.
Das Handy.
Wollen Sie eine Obduktion beantragen?
Ich holte das Handy aus der Tasche, sah auf dem Display »Mutter«, drückte auf die Taste »Gespräch annehmen« und sagte zum Doktor: Eine Obduktion?
Obduktion?, hörte ich am Handy die Stimme von Mario, dem Mann meiner Mutter. Du weißt es schon? Von wem? Und warum eine Obduktion?
Zehn Minuten später war ich auf dem Weg ins Böhler-Unfallkrankenhaus.
Sie hat nicht gelitten, sagte ein junger Arzt.
Was heißt, sie hat nicht gelitten?
Es ging zu schnell. Als ihre Mutter vom Pferd abgeworfen wurde, hatte sie gerade noch Zeit, zu begreifen, dass sie abgeworfen wurde. Und schon prallte sie auf, die Halswirbelsäule brach, und sie war tot, schneller als sie knacks sagen können. Wir haben für Ihre Mutter, als sie gebracht wurde, nichts mehr tun können. Es war eindeutig, dass sie auf der Stelle tot gewesen sein musste.
pp 196-197 from Don Juan de la Mancha by Robert Menasse