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Im Schatten der Zeit - pp 230

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Also versuchten die Frauen, durch Rauchschwaden und Trümmer hindurch, den Weg zum Trautenauplatz zu finden. Als sie die letzte Biegung erreichten, von wo aus man das Haus bei der Rückkehr stets erblicken konnte, erklang ein gellender Schrei. Alle blieben erstarrt stehen.
Der Anblick, der sich ihnen bot, war herzzerreißend. Nur ein Teil des heimatlichen Hauses stand noch, die Hälfte des Gebäudes war von einer Bombe wie wegrasiert worden. Zimmerböden, auf denen noch einige Möbel festhingen, ragten ins Freie und boten den fast obszönen Einblick in eine preisgegebene, verwüstete Intimität.
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  Trautenauplatz

Near fragment in time

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Der erste Besuch bei meinem Bruder im Krankenhaus fand an einem Sommertag statt, der so strahlend war, dass uns das von den Häuserfassaden zurückgeworfene Licht blendete. Wir fuhren mit der Straßenbahn das letzte Stück bis zum Krankenhaus, und da war eine lange weiße Wand, an der in Reliefschrift stand: "You will always be a second rate apple." Mein Englisch reichte nicht aus, um den Sinn zu erfassen, trotzdem erinnere ich mich an jeden einzelnen Buchstaben.
pp 51 from Chucks by Cornelia Travnicek

Near fragment in space

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Nach dem Fensterwurf haben Sedlak und er die Flucht ergriffen; sie haben den delirierenden Steinhauser untergehakt und ihn in den nahe gelegenen Lannerpark gezerrt, so viel weiß der Lemming noch. Wahrscheinlich ist, dass er sich dort übergeben hat, unsicher nur noch, wie er und die beiden anderen zum Naschmarkt gekommen sind, um bei der Gräfin noch ein, zwei Achteln nachzulegen. Und ein Gulasch, dessen Reste er heute auf seiner Jacke entdeckt hat. Was absolut ungeklärt bleibt, ist sein Heimweg, ist die Frage, woher der Riss in seiner Hose, das Maschinenöl auf seinen Fingern stammt.
pp 141 from Der Fall des Lemming by Stefan Slupetzky