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Kaffeehaus war überall. Briefwechsel mit Käuzen und Originalen - pp 86-87
Sperber spielt im Café Central Dardel [ein im Café Central beliebtes Kartenspiel], und zwar im letzten Zimmer der getäfelten Kartenspielerflucht. Schwere eichene Möbel verengen die Passage. Da kommt der Hutterer mit einigen "Tatzen" (Tabletts aus Blech), auf denen nebst den obligaten Wassergläsern auch ein sogenannter türkischer Kaffee steht. Und eben als Hutterer an Sperber vorbeikommt, holt dieser zu einer gewaltigen Arm- und Handbewegung aus - er ist im Begriffe, das entscheidende Atout auf den grünen Tisch zu krachen -, und schlägt dem armen Hutterer die Tatzen mit dem türkischen Kaffee aus der Hand. Es gibt ein gewaltiges Geklirr und Geschepper, alles dreht sich um, nur Sperber bleibt seelenruhig sitzen und zitiert bloß die alte Ballade: Zur Rechten sah man wie zur Linken/ Einen halben Türken heruntersinken ...
Near fragment in time
Das Café de l`Europe hatte einige merkwürdige Eigenschaften. Zunächst war es bummvoll, sommers und winters und zu welcher Tageszeit man es betrat. Denn es war kein Aufenthalts- sondern ein Durchgangscafé. Die Glastüre im Eingang drehte sich ununterbrochen, Tag und Nacht, und oft konnte man während einer Stunde denselben Hut, denselben Bart, dieselbe Diebsnase zehnmal in Rotation sehen. Man kam schauen und ging. [...] Zweitens: Von hier ging das Zitat aus "Ende nie". Das Café de l`Europe war ein großstädtisches Perpetuum mobile, ein Wunder der Rastlosigkeit und Unaufhörlichkeit und als solches auf Nachtfürchtige und Todesängstliche beruhigend wirkend. In der Früh saßen Übernächtige und Ebenaufgestandene an einem Tisch und sahen sich aus fernen Welten an; jene mit heuchlerisch-überschärftem, wegscheuem Verachtungsauge, diese feuchtwimprig, frischgewaschen, rosenbackig, voll überlegenem Neid - zwei Rassen: Tag- und Nachtmensch, Lüderjahn und Bürger, einander widersprechend wie Lackschuh auf tauigem Almgras.
pp 35 from Zeitgeist im Literatur-Café by
Near fragment in space
(...) und ich muss eine Fußmatte besorgen, meine Wohnungstür schaut nackt aus, richtig nackt und verloren, im Palais Ferstl, da gibt es so bunte Fußmatten, mit Palmen und so, so eine muss ich besorgen, dann wird meine Wohnungstür die anderen Fußmatten überholen, welcome und Pandabären, (...)
pp 68 from Jessica, 30 by
