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Kaffeehaus war überall. Briefwechsel mit Käuzen und Originalen - pp 126

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(Friedrich Torberg an Alexander Inngraf) Sie liegen in der Gegend jener "Versuche einer Zweckentfremdung", gegen die das Café Herrenhof vom braven Albert verteidigt wird. Es sind, fürchte ich, weit über das Café Herrenhof hinausgehende Versuche; ja ich möchte das Café Herrenhof hier schlechtweg dem Abendland gleichsetzen. Aber wenn Ihnen das zu viel ist, dann sagen Sie statt dessen nur "Wien". Und lassen Sie mich also wissen, wie weit alles das, was wir unter "Wien" und "Österreich" vorzustellen liebten, seinem Zweck entfremdet wurde und noch wird.
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  Café Herrenhof

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Das Café de l`Europe ist jetzt gesperrt worden. Eine Bankfiliale soll an seine Stelle kommen. Der Stefansplatz ist wieder rein-christlich (bis auf den Rothberger) und keusch-bajuvarisch - das Wahrzeichen für Paris und Balkan verschwindet. Ist das nicht zukunftsdeutend für Wien, die deutsch-österreichisch eingeschrumpfte Ex-Hauptstadt eines in Kaffeehäuser vereinten Völkerstaates? Ist es nicht symbolisch für seine Rückentwicklung in eine knödlig-biedere, werktätig-solide Kleinstadt?
pp 36 from Zeitgeist im Literatur-Café by Anton Kuh

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"[...] in der LINDE war ich mit Ivan essen, am Kohlmarkt habe ich mit Ivan Espresso getrunken, am Kärtnerring arbeitet Ivan [...] ich möchte abends einmal mit Ivan vom Cobenzl auf die Stadt hinuntersehen oder vom Hochhaus in der Herrengasse."
pp 85-86 from Malina by Ingeborg Bachmann