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Verlass die Stadt - pp 55-56

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Es gab auch bessere Zeiten. Es gab auch gute Zeiten in Wien; im Sommer, vor allem, sind die Zeiten meist gut.

Zum Beispiel:
Wenn ein Abend anfängt, auf den man sich gefreut hat, weil etwas Schönes passieren könnte zur Abwechslung. Weil man vielleicht an einem so schönen Abend jemanden treffen könnte am Donaukanal, draußen auf den Holzbänken oder drinnen im Club, wo man wirklich tanzen möchte, weil die Musik heute gut ist, nicht nur, weil man sich bewegen muss, weil Alkohol oder Hormone oder sonst was einen zwingen, nein, die Musik ist gut. Man hat seine Freunde dabei und eine Freude! und man springt mit ihnen um die Wette, spring höher, komm, das kannst du besser, und man springt höher als alle anderen und gewinnt ein Soda, das aber ohnehin gratis ist. Man versteht den Text nicht, macht aber nichts, man kann trotzdem mitsingen, mitbrüllen sogar, und bald wird einem heiß, man schwitzt so sehr, dass man sich seinen Preis an der Bar holt und damit hinaus muss, wo jemand sitzt, den man den ganzen Abend gesucht hat; wenn auch nur nebenbei, unbemerkt, wie man glaubt.
Man kann auf der Kanalmauer sitzen, auf das schwarze Wasser schauen und ein, zwei romantische Sekunden erleben.
Denn dann kommen die Ratten und zerstören die Stimmung, oder die blöde Sonne, alte Spielverderberin, ist schon wieder da und ruft: Geht, geht endlich nach Hause! Man gehorcht ihr und bricht auf, macht sich auf den Weg zum einen oder anderen, Arm in Arm, sich stützend oder verliebt, das kann man oft nicht genau sagen.
  Verlass die Stadt
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Donaukanal

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Einige Wochen später ereignete sich im 2. Bezirk, in der Venediger Au nahe dem Wurstelprater, wieder eine spektakuläre Gewalttat. Die Venediger Au hat ihren Namen möglicherweise von einer vor Jahrhunderten dort angesiedelten venezianischen Glasschmelzerei. Früher war sie ein kleines Augebiert zwischen Lassallestraße und Ausstellungsstraße gewesen. Seit dem Jahr 1905 hatte sie ihre Benennung als Straße. Seit dem Jahr 1905 hatte sie ihre Bennenung als Straße. Heute war die Venediger Au ein gut erschlossenes Wohngebiet mit in der Regel nicht gerade billigen Wohnungen und einer guten Infrastruktur, aber leider gab es auch eine üppige Straßenprostitution, die von der Polizei bekämpft wurde und eines Tages wohl verboten werden würde. Die vorhandene Infrastruktur, die Nähe zum Prater und die guten öffentlichen Verkehrsverbindungen wogen das für die meisten der dortigen Bewohner jedoch auf.
pp 151 from Blutreigen Ein Fall für Trautmann by Ernst Hinterberger

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Sammellager Castellezgasse. Der junge Willy Klang beim Eingang mit Zettel.
Der junge Willy Klang: "Eine Adelheid Gold."
Portier: "Ist da."
Der junge Willy Klang: "Wird herausreklamiert." (Reicht das Papier weiter.)
pp 96 from Dunkelstein by Robert Schindel