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Verlass die Stadt - pp 71-72

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Wusstest du, dass sich unter unseren Füßen Massengräber aus dem Zweiten Weltkrieg befinden? Daran muss ich immer denken, wenn ich den Augarten schön finde, und er ist ja auch schön, mit den Kastanien und den Blumen und selbst die Flaktürme kann man doch schön finden auf eine Art.
Ich habe die Türme noch nie schön gefunden; als Kind haben sie mir Angst gemacht. Sie machen mir heute noch Angst. Man sollte sie sprengen, aber das geht ja nicht.
Das ist doch auch eine ganz schlechte Idee! Du willst wohl alles loswerden, was uns an schlimme Zeiten erinnert, einfach weg damit, dann ist es so, als wäre nie etwas gewesen, oder wie? So einfach ist das aber nicht. Gudrun ist auch so. Gudrun würde sagen, abreißen, sprengen, egal; Hauptsache, weg damit.
Und Peter? Was würde Peter sagen?
Der würde ein Museum darin einrichten wollen.
Und Margot? Was würde die machen?
Margot würde
Max schaut auf die Wiese, wo sich ein paar Leute eine Frisbeescheibe zuwerfen. Er spricht erst weiter, als eines der Mädchen daneben greift und das Ding ins braune Gras fällt.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was Margot machen würde. Ich habe überhaupt keine Ahnung. Früher hätte ich es gewust.
Laura sagt nichts mehr, sie gräbt ihre nackten Zehen in den Schotter. Eine weiße Sandwolke steigt auf, und Max muss niesen. Laura wünscht ihm nicht Gesundheit.
Laura ist auch noch später im Gastgarten schweigsam und auf dem Heimweg und im Bett.
  Verlass die Stadt
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Near fragment in time

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Das Display war mit Asche und Holzstaub bedeckt. Es zeigte den Wiener Türkenschanzpark im Frühling letzten Jahres, die Zweige der Bäume waren mit winzigen weißen und rosa Blüten überzogen.
pp 51 from Satus Katze by Constantin Göttfert

Near fragment in space

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Das geflügelte Wort blieb und so war Berner lange auf der Suche nach einem passenden Lokal gewesen, bis das Café Prindl in den achtziger Jahren zu einem Nachtcafé mutierte und Berner ein zweiter Zuhause gefunden hatte, das ihn in den langen Nächten beherbergte und verpflegte. So wurde es zur Tradition, späte Fälle bei einem „Heribert“ ausklingen zu lassen. Berner hatte das Lokal ins Herz geschlossen, weil man ihn in Ruhe ließ und ihm ohne besondere Aufforderung sein Bier zu zapfen anfing, wann immer er gerade durch die Tür kam. Und es war auch diesmal nicht anders, als der Kommissar nach einem langen, nachdenklichen Spaziergang quer durch die Wiener Innenstadt am Gaußplatz, gleich neben dem Augarten, in dem die Wiener Sängerknaben ihr Quartier hatten, ankam und durchfroren das Lokal betrat. Die Einrichtung des Prindl mit seinen roten und rosa Farben und den ovalen Formen war wie ein lebendes Zitat der fünfziger Jahre.
pp 102 from Ewig by Gerd Schilddorfer, David Gustav Leopold Weiss