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Ewig - pp 87

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Peer van Gavint entließ den Fahrer der Botschaft mit einem lässigen Winken und überquerte betont langsam den Wiener Karlsplatz, flanierte durch die Parkanlagen vorbei an einigen Dealern und reagierte nicht auf ihre Angebote. Er zog seine Ray Ban aus der Tasche, setzte sie auf und stieg schließlich die Stufen zur Karlskirche empor.
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Near fragment in time

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So gesehen war es vernünftiger, noch einen Marsch von leidlich drei Kilometern in Kauf zu nehmen um es sich sodann im Cafe “Lusthaus” bequem zu machen. Dort verkehrte die bessere Gesellschaft, und junge Damen waren dort wirklich junge Damen. Man konnte sie in aller Ruhe beobachten, ohne dass die Gefahr bestand, sich in eine peinliche Situation zu begeben. Ja, dachte Bronstein, es sprach viel dafür, noch ein wenig spazieren zu gehen.
pp 49 from Tacheles by Andreas Pittler

Near fragment in space

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"Punkerdusche", schrie Tamaras Exfreund. Wir saßen im Resselpark. Tamara hatte ihn falsch verstanden, schüttelte ihre Bierdose und ließ den Verschluss knacken, und ich ging in Deckung. Weißer Schaum schoss durch die Luft.
"Nicht doch, lass das!", schrie der Ex.
"Dann nicht", meinte Tamara und leckte den Schaum von ihren Fingern.
"Deo! Ich wollte das Deo!"
Unsere ganze Gruppe roch nach Bier und Axe Africa. Die Bierflecken auf der Kleidung kühlten schnell aus, mich fröstelte. Es war mein erster Herbst auf der Straße.
"Na toll", sagte ich, "ganz toll!"
"Scheiß dich nicht an", gab Tamara zurück, "trocknet ja wieder."
Die Jungs, die immer zum Einkaufen gingen, kamen mit drei großen Bechern Joghurt zurück, verschiedene Geschmacksrichtungen. Wir steckten unsere Plastiklöffel in die Becher, es gab einen Kampf um Stracciatella, "Tamara, friss nicht immer alles weg", ein Batzen Joghurt landete auf dem Boden, jemand stieg mit dem Schuh hinein und zog Schlieren. Ich überlegte, ob Bier und Joghurt eine einigermaßen solide Ernährungsgrundlage bildeten, anscheinend konnte man davon zumindest einige Jahre ohne schlimmere Mangelerscheinungen leben.
"Ich brauch einen neuen Haarschnitt", verkündete Tamara noch schmatzend, "jetzt gleich."
Das war Tamara: ungeduldig.
Nach dem Essen schnitt ich ihr die Haare an den Seiten mit meiner Nagelschere, nur oben ließ ich sie lang, und die ganze Zeit sinnierte Tamara darüber, wie sinnlos es doch sei, totes Haar - und nichts anderes sei das ja - mit sich herumzutragen.
pp 23-25 from Chucks by Cornelia Travnicek