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Ohnmachtspiele - pp 254
"Ja, genau." Er bemühte sich, seine verworrenen Gedanken zu ordnen. "Sie waren doch Schulwart in Hietzing in ..."
"Im Gymnasium in der Schlossberggasse, ja, fast dreißig Jahre."
"Können Sie sich an einen Florian Chlapec erinnern?"
"Chlapec ... auf Anhieb sagt mir das jetzt nichts .. da müsste ich in den Jahresberichten nachschauen ... was ist denn mit dem?"
"Ach, das wäre jetzt zu kompliziert." Schäfer stand auf, um seine Zigaretten zu holen. "Haben Sie die Jahresberichte bei Ihnen zu Hause?"
"Sicher", erwiderte Holzleitner hörbar stolz, "alle Jahrgänge."
"Im Gymnasium in der Schlossberggasse, ja, fast dreißig Jahre."
"Können Sie sich an einen Florian Chlapec erinnern?"
"Chlapec ... auf Anhieb sagt mir das jetzt nichts .. da müsste ich in den Jahresberichten nachschauen ... was ist denn mit dem?"
"Ach, das wäre jetzt zu kompliziert." Schäfer stand auf, um seine Zigaretten zu holen. "Haben Sie die Jahresberichte bei Ihnen zu Hause?"
"Sicher", erwiderte Holzleitner hörbar stolz, "alle Jahrgänge."
Near fragment in time
Und sie haben dich nichts gefragt?
Nichts, gar nichts. Wahrscheinlich war ich ihnen zu klein. Wenn ich dreizehn, vierzehn Jahre gewesen wäre, hätte sich mich wahrscheinlich schon etwas gefragt.
Die Gestapo-Männder waren Wiener. Auch viele Deutsche waren da, aber das waren Wiener. Wie halt eine Hausdurchsuchung vor sich geht, haben sie alle Sachen herausgeschmissen, aber sie waren nicht auffallend brutal. Sie haben ihn einfach genommen und sind gegangen
Sie haben also auch nicht zugeschlagen?
Nein. Das ist dann erst am Morzinplatz gekommen. Nach der Verhaftung haben wir ja nicht gewusst wo er ist. Kein Lebenszeichen, nichts. Meine Mutter ist immer wieder auf die Gestapo am Morzinplatz gegangen: keine Auskunft. Als sie wieder einmal bei der Gestapo war, wurde ein Häftling aus einem Verhörzimmer geschleift – ohnmächtig und blutverströmt. Ob es ein Bekannter war, hat sie nicht gewusst, so entstellt war er.
pp 42-43 from Der Kopf meines Vaters: Wien von der NS-Zeit bis zur Gegenwart - Eine Zeitzeugin erzählt by
Nichts, gar nichts. Wahrscheinlich war ich ihnen zu klein. Wenn ich dreizehn, vierzehn Jahre gewesen wäre, hätte sich mich wahrscheinlich schon etwas gefragt.
Die Gestapo-Männder waren Wiener. Auch viele Deutsche waren da, aber das waren Wiener. Wie halt eine Hausdurchsuchung vor sich geht, haben sie alle Sachen herausgeschmissen, aber sie waren nicht auffallend brutal. Sie haben ihn einfach genommen und sind gegangen
Sie haben also auch nicht zugeschlagen?
Nein. Das ist dann erst am Morzinplatz gekommen. Nach der Verhaftung haben wir ja nicht gewusst wo er ist. Kein Lebenszeichen, nichts. Meine Mutter ist immer wieder auf die Gestapo am Morzinplatz gegangen: keine Auskunft. Als sie wieder einmal bei der Gestapo war, wurde ein Häftling aus einem Verhörzimmer geschleift – ohnmächtig und blutverströmt. Ob es ein Bekannter war, hat sie nicht gewusst, so entstellt war er.
Near fragment in space
Die Schuhe wurden naß, und Helene fuhr mit den Kindern nach Wien zurück. Sie hätten ihre Eltern in Hietzing auf dem Heimweg besuchen sollen. Die nassen Schuhe waren ein Grund, diesen Besuch nicht zu machen.
pp 38 from Verführungen by
