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Der bessere Mensch - pp 64

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Als Schäfer am Ring stand, winkte er ein Taxi heran und ließ sich ins Stuwerviertel im zweiten Bezirk bringen. Viel Hoffnung auf eine brauchbare Auskunft machte er sich nicht; aber versuchen musste er es.
Er stieg in der Lassallestraße aus und rüttelte kurz darauf an der Tür eines Lokals, das sich als Herrenclub ausgab. Als niemand öffnete, schlug er ein paar Mal mit der Faust entgegen.
"Gepudert wird erst ab sechs", meinte eine unwirsche Männerstimme, zu der wegen dem getönten Sehschlitz kein Gesicht gehörte,
Schäfer holte seinen Ausweis aus der Jacketttasche und hielt ihn dem Mann entgegen, worauf die Tür aufging.
  Der bessere Mensch
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Near fragment in time

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Liebermann und Rheinhardt saßen im Café Eiles. Sie waren bereits mit ihrem Bauernschnatterer, einer mit Salz und Schnittlauch gewürzten Suppe aus geräuchertem Schweinskopf und Bohnen, fertig und studierten die Dessertkarte.
pp 197 from Rendezvous mit dem Tod by Frank Tallis

Near fragment in space

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Der Geruch nach Erbrochenem in den U-Bahn-Stationen der Linie 1, sommers noch stärker als im Winter, blieb mir immer unerklärlich. "Kotze, schweißige Hände, verhärmte Leute und dann ein kleines Wunder", hatte Tamara mal in der U-Bahn gesagt. Ich wollte wissen, welches Wunder sie meinte, aber sie hatte nur aus dem Fenster gesehen und mit den Schultern gezuckt.
An einem Tag, an dem Wien in einem Hitzekoma lag und ich gerade von einem der unerklärlich stinkenden Bahnsteige in die U1 eingestiegen war, um nach einem Eis mit meinem Vater endlich Tamara am Karslplatz zu treffen, mich hinsetzte und über die künstliche Kälte im Zug freute, flog ein Zitronenfalter vom Streckenplan über der Tür auf. Vor den Fenstern war die Dunkelheit des Tunnels, im Zug künstliches Licht. Ich sah mich um, niemand reagierte. Der Falter schien in einem nicht spürbaren Luftzug zu segeln, ich zog die Handykamera und machte ein Foto, stand auf und lief dem Schmetterling nach, um noch eines zu machen, bevor ich aussteigen musste. Am Bahnsteig betrachtete ich das Foto auf dem Display, aber der Schmetterling war vor dem hellgrauen Hintergrund nicht zu erkennen, so als hätte nur ich ihn gesehen.
pp 118-119 from Chucks by Cornelia Travnicek