Arrows_down
Arrows_up
« Back to Die Klavierspielerin

Die Klavierspielerin - pp 137-138

Quote
"Jagdlich webt sich das Schiffchen Erika locker durchs Revier, das sich über den ganzen grünen Teil des Praters erstreckt. Auch das ist seit kurzem ihre Gegend. Sie hat ihren Wirkungsbereich erweitert, das Wild in ihrer näheren Umgebung kennt sie längst. Man braucht Mut dazu. Sie hat festes Schuhwerk an, mit dem sie notfalls sogar in die Büsche, in Hundeknödel, in leere, phallisch geformte Plastikfläschchen mit den flüssigen Resten giftig eingefärbter Kinderlimonade (für die proSorte Geschmack je eine Tierart singend im Fernsehen wirbt), in zu geheimnisvollen Zwecken verwendete, verschmierte Papierhaufen, in Pappteller mit Senfresten, in zerbrochene Flaschen oder in, ihre ehemalige Schwanzform noch lose bewahrende, vollgefüllte Gummiware treten kann, falls sie entdeckt werden sollte. Sie wittert nervös vorbeugend. Sie zieht die Luft ein und bläst sie wieder aus.
Doch hier, am Praterstern, wo sie aussteigt, ist es vorläufig noch nicht gefährlich. Zwar mischen sich auch hier schon läufige Männer unter harmlose Passanten und Flaneure, aber auch die elegante Dame kann durchaus einmal dem Praterstern einen zwanglosen Besuch abstatten, obzwar die Gegend nicht fein ist."
  137
  138
  No
  Yes
  No
  No
  (none)
  Praterstern

Near fragment in time

Quote
Draußen in Hernals, nordwestlich der Vorortelinie gen Himmel ragend, blitzt bei Schönwetter wie ein Rauchergebiß das gebrochene Gelb der Wohnhausanlage Heuberggasse. Dem späteren Bundespräsidenten Franz Jonas ist es zu verdanken, daß hier, wo einst das dichte Grün des Wienerwaldes hereinlugte, zweistöckige Gemeindebauten wie Eierschwammerln Spalier stehen.
pp 127 from Mamy blue. Eine Pop-Odyssee aus Wien. by Norman Weichselbaum

Near fragment in space

Quote
"Frag den Kapitän … aber sag nicht, dass ich dich geschickt habe … der heißt …"
"Hat der einen ganzen Namen?"
"Otto … hat das Femjoy beim Praterstern"
"Und warum Kapitän?"
"Weil er nur ein Auge hat … und einen Papagei, verstehst?"
"Sicher … danke."

Durch eine Seitengasse spazierte Schäfer zum Praterstern, blieb einmal kurz vor einem Zigarettenautomaten stehen und war nach einer Viertelstunde vor besagtem Etablissement. Nichts an dem noblen Neubau deutete auf ein Bordell hin. Ein dezentes Messingschild am Eingang, auf dem ebenso gut "Botschaft des Königreich Schweden" hätte stehen können. Schäfer läutete und hielt seinen Ausweis dem Kameraauge entgegen. Ein kurzes Summen, er drückte die Tür auf und ging zum Lift, der ihn in den obersten Stock brachte.
pp 65 from Der bessere Mensch by Georg Haderer