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Der bessere Mensch - pp 327
Am Nachmittag unternahm er einen Spaziergang über die Steinhofgründe. Eine abschließende Runde, wie er sich sagte, als er an der psychiatrischen Klinik vorbeikam. Das Transparent, das für die Ausstellung warb, hing immer noch an der Ziegelmauer eines der Pavillons. Melancholisch wurde er, doch auf eine Weise, die ihn nicht bedrückte. Sein Ausbildner Pürstl kam ihm in den Sinn – sein Leitstern, den er sich immer wieder in Erinnerung rief, wenn er vor einem scheinbar unlösbaren Problem stand oder im Gegenteil euphorisch den Himmel küsste. Alles ist ein Geschenk, hatte Pürstl bei ihrem letzten Treffen gemeint, das auch schon wieder über ein Jahr her war und sich wie gewohnt bis spät in die Nacht gezogen hatte. Überraschung von mir aus, aber ein Geschenk sieht anders aus, hatte Schäfer erwidert, der damals gerade in einer schweren Krise erstarrt gewesen war. Was für ein Hochmut sei es denn, von einem Geschenk zu erwarten, dass es einem gleich im Augenblick der Übergabe Freude bereitet, hatte der euphorisch alkoholisierte Pürstl gemeint. Ist es nicht auch die Aufgabe des Beschenkten, die wie auch immer geartete Gabe so zu behandeln, dass sie sich irgendwann zu etwas Gutem wandelte?
Near fragment in time
Frank wollte in den 10. Bezirk fahren. Fact-Finding-Mission. Das Brandhaus besichtigen und in einem der Lokale, in dem der erstochene Lehrling laut Medienberichten häufig verkehrte, ein Bier trinken. Callas Aufgabe wollte er sich jedenfalls gründlich widmen, vielleicht sogar mehr herausfinden, als sie bereits wusste. Beim Enkplatz musste er von der U3 in die Straßenbahnlinie 6 wechseln, auf die er laut Anzeigetafel 8 Minuten zu warten hatte. Er nutzte die Zeit, um sich eine Schachtel Marlboro zu kaufen.
pp 73-74 from Sie sprechen mit Jean Améry, was kann ich für sie tun? by
Near fragment in space
"Linzer Straße, Ecke Rosentalgasse."
Schäfer bezahlte, nahm seine Tasche und stieg aus dem Wagen. Die Straße, die er nun in Richtung Wald ging, hatten wahrscheinlich auch Maurer und sein Freund genommen, wenn sie von der Schule kamen. Eine Sackgasse, die entlang eines schmalen Bachs, der kaum Wasser führte, und überdacht von den riesigen Kronen alter Ahornbäume bis an den Waldrand führte, wo ein Schranken die Weiterfahrt auf einem breiten Kiesweg verhinderte. Aufgrund der hohen Bäume schien hier bereits die Dämmerung hereingebrochen zu sein. Zu seiner Linken war ein Spielplatz mit einem bunten Karussell, einem Klettergerüst, einer Wippschaukel und zwei Hängeschaukeln, die der Wind sachte hin und her bewegte.
pp 278 from Ohnmachtspiele by
Schäfer bezahlte, nahm seine Tasche und stieg aus dem Wagen. Die Straße, die er nun in Richtung Wald ging, hatten wahrscheinlich auch Maurer und sein Freund genommen, wenn sie von der Schule kamen. Eine Sackgasse, die entlang eines schmalen Bachs, der kaum Wasser führte, und überdacht von den riesigen Kronen alter Ahornbäume bis an den Waldrand führte, wo ein Schranken die Weiterfahrt auf einem breiten Kiesweg verhinderte. Aufgrund der hohen Bäume schien hier bereits die Dämmerung hereingebrochen zu sein. Zu seiner Linken war ein Spielplatz mit einem bunten Karussell, einem Klettergerüst, einer Wippschaukel und zwei Hängeschaukeln, die der Wind sachte hin und her bewegte.
